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Welche Bio-Siegel gibt es in Deutschland?

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Lange gab es ein unübersichtliches Durcheinander an Bio-Siegeln mit vielen unterschiedlichen Kriterien, das Diskussionen aufwarfen, welches Siegel denn jetzt das Bessere und Strengere wäre. Damit sollte Schluss sein: Weniger Verwirrung und mehr Klarheit – das war Ziel eines bundeseinheitlichen Bio-Labels, das 2001 mit dem deutschen Bio-Siegel eingeführt wurde. Es sollte eindeutig erkennbar sein, welches Produkt aus ökologischer Landwirtschaft kommt.

Und heute? Dieses Jahr feiern wir 20 Jahre deutsches Bio-Siegel und stellen fest, dass es wieder viele Bio-Siegel gibt, erneut Vielfalt in der eigentlich geplanten Einheit und wieder Verwirrung. Eine Bekannte sagte letztens zu mir: „Diese Bio-Produkte im Discounter sind doch gar nicht richtig Bio, die kaufe ich nicht.“ Aussagen, die denen der früheren Diskussionen ähneln und die es ja eigentlich nicht mehr geben sollte. Fragen, die dabei aufgeworfen werden, lauten: Welche Siegel gibt es in Deutschland? Sind die Bio-Marken von Discountern Bio oder nicht? Welche Kriterien liegen den Siegeln zugrunde?

Was ist eigentlich ein Label?

Auf Lebensmittelverpackungen sind oft neben den gesetzlich vorgeschriebenen Informationen auch weitere Symbole, Siegel und Herkunftszeichen. Über 1.000 Label gibt es in Deutschland. Eigentlich haben sie die Funktion eines Ratgebers beim Einkaufen, aber bei zu vielen Ratschlägen fühlt man sich eher ratlos und erschlagen als beraten.

Der Großteil der 1.000 Label sind Eigenmarken und private Prüfzeichen. Sie können auf rechtlichen Grundlagen oder auf selbst erstellten Kriterien mit eigenverantwortlicher Kontrolle der Einhaltung beruhen. Datenbanken wie „Label-online“ oder „Siegelklarheit“, die von Verbraucherinitiativen erstellt wurden, helfen Verbrauchern mit einer Übersicht und Bewertung der Glaubwürdigkeit der Label.

Einteilung der Label

Das Wort „Label“ gilt als Oberbegriff unter dem sich verschiedene Gruppen verbergen.

Produktlabel sollen auf eine bestimmte Qualität eines Produktes hinweisen, zum Beispiel auf Nachhaltigkeit in Form von Umweltzeichen oder Regionalzeichen.

Hinter einer Eigenmarke steckt eine ganze Produktlinie einer Firma, bei der alle darin enthaltene Produkte ein bestimmtes Merkmal erfüllen, wie beispielsweise eine regionale Herkunft.

Firmenlabel sind wie Eigenmarken, die aber nicht nur für eine Produktlinie gelten, sondern für alle Produkte, die die Firma herstellen. Es werden dann nur Artikel verkauft, die die definierten Kriterien erfüllen.

Prüfzeichen bescheinigen, dass die Produkte auf Sicherheit und Gesundheitsschutz untersucht wurden, sie die Kriterien erfüllen und damit gebrauchstauglich sind.   

Test-Label werden von Institutionen wie zum Beispiel Stiftung Warentest oder Öko-Test vergeben, die Produkte nach festgelegten Kriterien überprüfen und bewerten.

Ein Gütezeichen wird vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) vergeben, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung die definierten Ansprüche der RAL erfüllt. Der Begriff ist wettbewerbsrechtlich geschützt.

Auch nährstoffbasierte Systeme können als Label auf Produkte gedruckt werden. Der Nutri-Score beispielsweise gehört zu den Front of pack-labeling (FOPL). Diese vereinfachte Nährwertkennzeichnung auf der Produktvorderseite soll dem Verbraucher helfen, ein gesünderes Lebensmittel zu wählen.

Prüfsiegel, Eigenmarke oder Produktlabel - Wozu gehört das Bio-Siegel?

Ein Bio-Siegel kann Prüfsiegel, Produktlabel, Eigenmarke und Firmenlabel sein. Auf jedem Produkt, das im Produktnamen oder im Label das Wort „bio“ oder „öko“ trägt, muss das EU-Bio-Siegel gedruckt werden. Voraussetzung ist, dass das Produkt bzw. die Firma bio-zertifiziert ist, denn die Begriffe „bio“ und „öko“ sind rechtlich geschützt. Jedes Bio-Siegel hat als Mindestanforderung die Kriterien der EU-Öko-Verordnung.

Zusätzlich dürfen Eigenmarken, Ergänzungen mit dem Hinweis auf Regionalität oder Siegel von Anbauverbänden, bei denen Vorgaben über die EU-Öko-Verordnung hinaus eingehalten werden, aufgedruckt werden.

Bei den Öko-Labels gibt es ein europaweites, einzelstaatliche und private Label. Unter die privaten Siegel fallen die Logos der Anbauverbände und Eigenmarken.

Das europäische Bio-Siegel

Das EU-Bio-Siegel (Quelle: www.oekolandbau.de/bio-siegel)Das EU-weit geltende Bio-Siegel ist eines der bekanntesten Logos. Es stellt eine Kombination aus der europäischen Fahne und einem Blatt dar. Das europäische Bio-Siegel wurde am 24. März 2010 auf Basis der Verordnung (EG) Nr. 271/2010 eingeführt und ist seit Juli 2012 auf allen Bio-Produkten zu finden, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt worden sind.

Die EU-Öko-Verordnung, die die Mindestanforderungen an Bio-Produkte festlegt und das EU-Bio-Siegel ist verpflichtende Basis für jedes ökologisch erzeugte vorverpacktes Lebensmittel aus der EU.

Das deutsche Bio-Siegel

Das deutsche Bio-Siegel  (Quelle: www.oekolandbau.de/bio-siegel)Das staatliche Bio-Siegel wurde im Jahr 2001 eingeführt, um einen ökologischen Standard für alle deutschen Bio-Produkte zu schaffen. Die rechtliche Grundlage ist das Öko- Kennzeichengesetz, in dem auch Bezug genommen wird auf die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau.

Es kann freiwillig zum EU-Bio-Siegel abgedruckt werden. Es hat einen hohen Bekanntheitsgrad, weswegen es immer noch gerne genutzt wird – von Herstellern und Verbrauchern.

Private Siegel

Hersteller dürfen zusätzlich eigene Labels abdrucken. Das war insbesondere den Anbauverbänden wichtig, die schon vor der Einführung des deutschen Bio-Siegels existierten und denen die allgemeinen Richtlinien für ökologischen Anbau nicht streng genug waren. Aber auch als Eigenmarke oder eine Erweiterung mit einem regionalen Hinweis werden gerne genutzt, um die Mindestanforderungen mit bestimmtem Qualitätskriterien zu ergänzen und diese zu bewerben. Im Folgenden werden einige Bio-Siegel mit kurzer Beschreibung aufgeführt, um einen Blick zu bekommen, hinter wie vielen Labeln der ökologische Anbau steckt.

Anbauverbände

Demeter ist der älteste Bioverband in Deutschland. Seine Anfänge liegen im Jahr 1924. Demeter-Landwirte legen großen Wert auf die Berücksichtigung der lebendigen Kreislaufwirtschaft, wodurch ihre Vorgaben über die EU-Öko-Verordnung hinausgehen. Den Grundstein für den Biologisch-Dynamischen Anbau legte Rudolf Steiner, der sich auch mit Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise beschäftigte.

Naturland sieht auf eine fast vierzig-jährige Geschichte zurück. 1982 wurde der internationale Verband für ökologischen Landbau gegründet, der mittlerweile in sechzig Ländern vertreten ist. Auf der Website heißt es: „Naturland steht wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.“ Die Richtlinien sind strenger als die der EU-Öko-Verordnung, beispielsweise im Bereich ökologische Waldnutzung, Textil- und Kosmetika-Herstellung oder auch soziale Aspekte.

Im Bioland-Verband haben sich 8.000 Bio-Landwirte, -Imker und Winzer in Deutschland und Südtirol zusammengeschlossen, die ebenfalls über die EU-Öko-Verordnung hinaus weitere Kriterien an ihre Arbeit legen. Ihr Ziel ist 100 % Bio durch organisch-biologischen Landbau. Beispielsweise sind die Vorgaben bei Düngung und Pflanzenschutz strenger.

Biokreis ist ein Verband, der den Kontakt und die Zusammenarbeit von ökologisch wirtschaftenden Landwirten und Lebensmittelverarbeitern fördert. Die Verbands-Richtlinien gehen über den EU-Öko-Standard hinaus. Die Mitglieder bewirtschaften ihren ganzen Betrieb 100% nach den Biokreis-Richtlinien, die Vorgaben bei Zusatzstoffen sind eingeschränkter und es wird großen Wert auf handwerkliche Verarbeitung gelegt. Die Anforderungen von anderen Anbauverbänden wie z.B. Bioland und Naturland gelten ebenfalls für die Biokreis-Mitglieder.

Biopark versteht den EU-Öko-Standard als einen Kompromiss und das ist dem Verband zu wenig. Im Bereich Düngung, Pflanzenschutz und Tierbesatz sind ihre Anforderungen strenger. Einen Schwerpunkt legt Biopark auch auf Naturschutz, denn viele der Mitglieder bewirtschaften ihre Flächen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Die Kommission für die Vergabekriterien setzt sich aus je einem Vertreter des Naturschutzbund Deutschland (NABU), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), einem Landwirt und einem Sachverständigen zusammen.

Ecoland legt Wert auf Regionalität. 1997 von Hohenloher Bio-Bauern gegründet, war es ihr Ziel „einen ökologischen Anbauverband zu schaffen, der naturgemäßen Landbau im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, des Erhaltes der Kulturlandschaft und der Stärkung des ländlichen Raumes fördert.“ In der Praxis verwurzelt, im Gespräch mit Bauern und mit Fokus auf wissenschaftliche Erkenntnisse sollen im Vordergrund stehen, statt hoch gesteckte Ideologien zu verfolgen. Ihr Wirkungskreis liegt schwerpunktmäßig auf die Region Hohenlohe und Baden-Württemberg. Sie ergänzen die EU-Richtlinien um strengere Vorgaben bei Futter, Düngung, Pflanzenschutz und der Transportzeit und -entfernung von Tieren.

Ecovin steht als Verband für ökologisch angebauten Wein. Gegründet 1985 möchten sie nachhaltigen Bio-Wein anbauen und setzen darüber hinaus ihren Fokus auf Artenvielfalt, Respekt vor der Natur und Weinbau mit Sinnhaftigkeit und Ästhetik. Ecovin setzt die Standards der EU-Öko-Verordnung voraus, geht aber mit eigenen Richtlinien, beispielsweise bei Dünger und geschlossene Wirtschaftskreisläufe, darüber hinaus.

Das Motto vom Verband Gäa lautet: „Bio auf höchstem Niveau“. Mitglieder verstehen unter ökologischer Landwirtschaft eine ganzheitliche, nachhaltige und soziale Arbeitsweise und stellen Ansprüche über die EU-Öko-Verordnung hinaus. Ein geschlossener Wirtschaftskreislauf mit den drei Bereichen Landschaftspflege, Pflanzenbau und Tierhaltung sowie eine Dauerfruchtbarkeit der Böden, Pflanzenarten und Tierrassen sind für sie oberste Priorität. Im Gäa-Verband sind Landwirte und Unternehmen aus ganz Deutschland.

Mitglieder im Verbund Ökohöfe kommen insbesondere aus dem Nordosten und der Mitte Deutschlands. Der Verbund wurde 2007 gegründet. Zusätzlich zum Bio-Standard der EU finden sich in den Leitlinien weitere strengere Vorgaben, wie etwa bei der Umstellung des Betriebs, Verbot von Anbindehaltung und Enthornung, Untersagung von Roggen-, Weizen- und Gerstenhybride und strengere Bedingungen von Düngung und Futter.

Der Verein „Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.“ beschreibt seine Zielsetzung mit den Worten: „Aufbau und Förderung einer zukunftsfähigen, kreislauforientierten, vegan ausgerichteten Form des ökologischen Landbaus durch Einführung der Biozyklisch-Veganen Prinzipien in alle Bereiche der Land- und Ernährungswirtschaft.“ Im November 2018 gegründet, gehört der Verein zu den neueren Anbauverbänden. Neben dem EU-Öko-Standard legen die Mitglieder Wert auf kreislauforientierten ökologischen Landbau ohne kommerzielle Haltung und Nutzung von Tieren sowie tierischen Betriebsmitteln. Artenvielfalt, gesundes Bodenleben und Humusaufbau sollen gezielt gefördert werden.

Regionale Bio-Siegel

Regionale Bio-Siegel sind ins Leben gerufen worden, um die lokale Vermarktung zu fördern. Durch die Siegel wird die Herkunftsangabe konkreter, als durch das EU-weite Bio-Siegel, bei dem nur vermerkt wird, ob ein Lebensmittel aus EU- und/oder Nicht-EU-Landwirtschaft stammt.

Das Wort „regional“ bedeutet „einer bestimmten Gegend, Landschaft zugehörig, ein bestimmtes Gebiet und seine Besonderheiten betreffend“. Genaue Vorgaben für die Bewerbung mit „regional“ oder „aus der Region“ im Lebensmittelbereich gibt es nicht. Es kann sein, dass ein Lebensmittel zwar in der Region hergestellt wurde, die einzelnen Zutaten aber aus weiter Entfernung kommen.

Daher sind bei den regionalen Bio-Siegeln nicht nur die ökologischen Richtlinien festgelegt, sondern auch die Definition von „regional“.

Bio-Zeichen Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg ist Inhaber dieses Zeichens, das den Bio-Aspekt und die regionale Herkunft vereinigt. Die Produkte müssen nach der EU-Öko-Verordnung hergestellt worden sein und zugleich weitere Anforderungen erfüllen, die unter anderem lauten, dass die landwirtschaftlichen Betriebe 100% Bio einhalten, der Produktionsverantwortliche eine abgeschlossene landwirtschaftliche Ausbildung absolviert hat, strenge Regeln bei Tierbesatz, Düngung, Futter, Betreuung der Tiergesundheit, Transportzeiten eingehalten werden.

Die einzelnen Lebensmittel wie Gemüsesorten oder Fleisch müssen in der benannten Region erzeugt worden sein, bei verarbeiteten Produkten müssen mindestens 90% der Zutaten aus der benannten Herkunftsregion stammen.

Bio-Zeichen Mecklenburg-Vorpommern

Das Bio-Zeichen M-V steht für Produkte aus ökologischer Erzeugung. Betriebe, die das Siegel tragen, haben die vollständige Umstellung auf ökologischen Landbau beendet. Anbau und Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten müssen ausschließlich in Mecklenburg-Vorpommern erfolgt sein; 90% des Gewichtanteils von verarbeiteten Produkten müssen ebenso entsprechend der Herkunftsangabe aus der Region stammen.

Bio-Siegel – HESSEN

Auch das regionale Bio-Siegel „Bio aus Hessen“ ist Bio-Qualität kombiniert mit nachvollziehbarer Herkunftsangabe. Ihr Verständnis von Regionalität formulieren sie wie folgt: „Unter einem regionalen Lebensmittel verstehen wir Lebensmittel aus Hessen. Ausgeschlossen sind davon Produkte von Unternehmen, die zwar in Hessen produzieren, aber nicht mit hessischen Rohstoffen arbeiten.“ Das bedeutet, dass die ganze Kette von Erzeugung bis Vermarktung in Hessen geschehen muss. Grundlage für die Bio-Qualität ist der EU-Standard. Es befinden sich aber auch Produkte mit den Logos der Anbauverbände neben dem „Bio aus Hessen“-Siegel.

Bio-Siegel Bayern

Das Bayerische Bio-Siegel basiert auf den Anforderungen der Anbauverbände Bioland, Biokreis, Demeter und Naturland. Mit der Herkunftsangabe „Bayern“ wird belegt, dass alle Rohstoffe und die gesamte Verarbeitungskette von Erzeugung bis Verkauf an den Verbrauchern in Bayern erfolgt.

Das Siegel kann grundsätzlich auch mit anderem Herkunftsnachweis vergeben werden: Europäische Union, einzelne Mitgliedstaaten der EU oder einzelne Bundesländer. Ebenfalls ist das Siegel ohne Herkunftsangabe möglich – das Produkt steht dann für den hohen Qualitätsstandard der Erzeugung bis Verkauf.  

Bio-Region Niederrhein

Das Bio-Label steht nicht für ein ganzes Bundesland, sondern für die Region um die Kreise Kleve, Wesel und Viersen, Krefeld im Norden und im Süden die Kreise Neuss, Heinsberg und Mönchengladbach. Produkte, die dieses Label tragen, werden unter den Standards der Anbauverbände Demeter, Bioland oder Naturland hergestellt. Die Rückverfolgbarkeit der Einhaltung der Kriterien ist in jedem Produktionsschritt sichergestellt. Der Umsatz der Produkte bleibt vollständig in der Region.

Regional-Label in Norddeutschland

Dieses Label mit Regional-Bezug wird in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vergeben. Die Bio-Qualität ist entsprechend der EU-Öko-Verordnung oder den Vorgaben der Anbauverbände Bioland und Demeter. „Einen klaren Standpunkt haben wir bei der Erzeugung und Verarbeitung der Lebensmittel auf den Höfen. Diese dürfen ausschließlich aus der Region stammen und es darf nichts hinzugekauft werden.“, heißt es vom Label-Inhaber naturkost nord Großhandelsgesellschaft mbH. Bei verarbeiteten Produkten müssen „die Hauptzutaten, die namensgebende Zutat und der Produktionsprozess nachweislich mit der Region in direkten Zusammenhang gebracht werden können.“

Das Feneberg Bio-Siegel

Unter der Marke VonHier werden Bio-Produkte aus der Feneberg-Region verkauft. „Regional“ wird definiert als „Umkreis von 100 Kilometern um den Firmensitz in Kempten“ herum. Die 600 Betriebe erzeugen und produzieren Lebensmittel nach den Richtlinien der Anbauverbände Bioland, Naturland, Biokreis oder Demeter. Über 400 Produkte werden unter dem VonHier-Konzept verkauft: regional, patnerschaftlich, fair, transparent, bio, kontrolliert, saisonal und natürlich.

Eigenmarken

Manche Firmen haben eigene Labels oder Markennamen entworfen, unter denen die gesamte Produktlinie in Bio-Qualität zusammengefasst werden. Verbraucher erkennen leichter an Marke und am EU-Bio-Siegel, dass das Produkt aus ökologischer Erzeugung stammt. Im Folgenden werden einige der Eigenmarken bzw. Firmenlabel aufgeführt und die zugrundeliegenden Qualitätsanforderungen.

Alnatura entwickelt seit 1984 Produkte in Bio-Qualität und vertreibt ihre 1.400 Artikel gemeinsam mit anderen Bio-Produkten u.a. in eigenen Bio-Supermärkten. Die Produktansprüche beinhalten 100% Bio, wenige Zusätze als von der EU-Öko-Verordnung erlaubt und keine zugesetzten Aromastoffe. Bevorzugt werden Zutaten aus Anbauverbänden verwendet.

EdekaBio ist eine Eigenmarke unter der in Edeka-Märkten Produkte in Bio-Qualität verkauft werden. Die unter dem Label vertriebene Produkte entsprechen der EU-Öko-Verordnung, teilweise aber auch den strengeren Richtlinien der Anbauverbänden wie Bioland und Naturland.
Produkte der Eigenmarke EdekaBio+Vegan erfüllen nicht nur die Kriterien der EU-Öko-Verordnung, sie tragen auch das Vegan-Siegel der Europäischen Vegetarier Union und garantieren somit, dass das pflanzliche Lebensmittel keine tierischen Bestandteile enthält.

Gut Bio ist eine Eigenmarke der Supermarktkette Aldi Nord, bio-Smiley von Aldi Süd. Die beiden Marken wurden zusammengeführt zum neuen GutBio-Logo, das nun deutschlandweit in den Aldi-Märkten zu finden ist. Die Produkte entsprechen den Vorgaben der EU-Verordnung über kontrolliert ökologische Landwirtschaft. Laut Angaben von Aldi Süd werden über die EU-Vorgaben hinaus die Produkte von unabhängigen Instituten überprüft.

Unter REWE Bio werden in Rewe-Filialen Produkte aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft vermarktet. Von den fast 500 Produkten tragen ca. 260 neben dem EU-Bio-Siegel auch das Naturland-Label. Somit erfüllt ein Großteil der Produkte strengere Vorgaben als den EU-Standard.

Unter der Eigenmarke dmBio von dm - Drogerie Markt werden Produkte verkauft, die nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hergestellt worden sind. Ihr Motto lautet hierbei „Natürlich lecker erleben“ und fasst damit besondere Qualität, Geschmack, Regionalität und Nachhaltigkeit zusammen. Im Jahr 2016 ist dm eine Kooperation mit Naturland eingegangen, wodurch mittlerweile ca. 100 Produkte im Sortiment auch das Naturland-Label tragen. 2018 kamen auch Produkte von Demeter dazu. Etwa 60 Lebensmittel sind mit dem Demeter-Label bedruckt.

Bei Müller Drogerie gibt es seit 2000 Produkte unter der Eigenmarke Bio Primo. Das Sortiment umfasst zwanzig Jahre später etwa 200 Artikel. Alle Lebensmittel, die unter dieser Marke verkauft werden, sind gemäß EU-Öko-Verordnung bio-zertifiziert. Müller bietet auch Produkte mit Siegeln der Anbauverbände an, jedoch nicht unter der Eigenmarke Bio Primo.

Naturgut ist eine Eigenmarke von Penny-Märkten. Alle Produkte der Marke sind nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung zertifiziert, heißt es auf der Website. Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker werden nicht zugesetzt, das Fleisch für die Bio-Wurst stammt nur von deutschen Bio-Höfen. Manche Produkte sind mit dem Hinweis „100% Bio-Verbandsqualität“ versehen. Diese Artikel kommen von Höfen, die sich zur Einhaltung von strengeren Richtlinien verschiedener Bio-Verbände verpflichtet haben.
Auf der Produktübersichtseite finden sich jedoch vereinzelt auch Artikel, bei denen das Wort „Bio“ im Produktnamen und das Bio-Siegel auf den Verpackungsfotos nicht vorkommen. Da die geschützten Wörter „bio“ oder „öko“ nicht im Label enthalten sind, kann Penny auch Produkte aus konventioneller Erzeugung unter der Marke Naturgut verkaufen.

dennree ist sowohl Firmen- als auch Markenname und stellt ihre Produkte unter das Motto „Bio für jeden Tag.“ Alle Artikel werden ohne Ausnahme nach den Richtlinien für kontrolliert biologischer Landwirtschaft hergestellt. Einige der Artikel tragen zudem das Label eines Anbauverbands wie z.B. Demeter, Naturland oder Bioland und erfüllen damit höhere Bio-Richtlinien. Neben den Kontrollen, die die EU-Öko-Verordnung vorschreibt, führt dennree eigene Untersuchungen durch und lässt die Produkte zusätzlich von Laboren auf einwandfreie Qualität überprüfen.

Rapunzel ist ein Bio-Hersteller, der unter der gleichnamigen Eigenmarke Produkte aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft verkauft. Das Ziel ist „kontrolliert biologische, naturbelassene und vegetarische Lebensmittel herzustellen.“ Die über 600 Produkte tragen das Bio-Siegel und entsprechen damit der Anforderungen der EU-Öko-Verordnung. Darüber hinaus arbeitet Rapunzel seit 2004 mit dem Demeter-Anbauverband zusammen und vertreibt derzeit 14 Artikel mit dem Anbau-Siegel. Sie geben zudem an, engen Austausch mit Lieferanten zu pflegen, Projekte in Anbauländern zu unterstützen und fair gehandelte Produkte zu fördern.

Das Unternehmen Combi Verbrauchermarkt Einkaufsstätte sieht sich als Nahversorger zwischen Discountern und SB-Warenhäuser. Unter dem 90% Lebensmittel-Anteil befindet sich ein Sortiment mit dem Namen NATURWERT Bio als Eigenmarke, unter der „Produkte aus regionaler, streng kontrollierter Herstellung angeboten [werden], zum Beispiel Rind- und Schweinefleisch, Vollmilch, Freilandeier, Frischei-Nudeln und Kartoffeln“. Sie werden nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung hergestellt.

Ca. 240 Artikel führt Kaufland unter der Eigenmarke K-Bio, die für Bio-Produkte steht, die nach Richtlinien der EU-Öko-Verordnung produziert wurden. Außerdem bietet Kaufland ca. 150 Bio-Produkte mit dem Demeter-Siegel an, allerdings nicht unter der Eigenmarke. Die Qualität wird neben der Öko-Zertifizierungsstelle auch durch eigene Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit unabhängigen Laboren sichergestellt.

enerBIO ist seit 2003 die Eigenmarke der Drogeriemarktkette Rossmann für Bio-Produkte gemäß EG-Öko-Verordnung. Der Name setzt sich zusammen aus „Energie“ und „biologisch“.  Das Sortiment besteht aus mehr als 360 Produkte. Einige Lebensmittel sind nach den strengeren Kriterien des Anbauverbands Naturland produziert und sind am Naturland-Label erkennbar.

Die Liste wäre noch beliebig erweiterbar mit Eigenmarken wie BioBio von Netto, BIO SONNE® von Norma, tegut… Bio von tegut, WASGAU Bio von Wasgau, Allos – Name für den Gründungshof und der Marke und viele andere mehr.

Fazit: Einheit in Unterschieden

Die Einführung des deutschen Bio-Siegels sollte die Kennzeichnung der ökologisch hergestellten Produkte vereinheitlichen. Zwanzig Jahre später zeigt sich, dass das EU-Bio-Siegel die Funktion des deutschen Bio-Siegels übernommen hat und es zusätzlich immer noch viele eigene Siegel gibt.

Es werden immer mehr Bio-Produkte angeboten, die Nachfrage steigt, der Bio-Markt wächst, neue Marken entstehen. Trotz der vielen neuen Bio-Labels ist die Idee des deutschen Bio-Siegels aber auch heute noch gültig. Das EU-Bio-Siegel zeugt davon, dass nicht nur in Deutschland der Standard vereinheitlicht wurde, sondern EU-weit: Bei jedem Produkt, das mit dem geschützten Begriff „bio“ oder „öko“ im Produktnamen oder im Markenlabel gekennzeichnet ist, muss eine Bio-Zertifizierung zugrunde liegen. Die Kontrollstelle wird unter dem EU-Label angegeben mit Codenummer und Ort der Erzeugung.

Zusätzlich können andere Siegel abgedruckt werden, die die Erfüllung weiterer Kriterien bestätigen, wie etwa ein Hinweis auf Regionalität, strengere Auflagen bei Erzeugung und Herstellung der Anbauverbände oder sie sollen einfach dazu dienen, dass die Bio-Produkte schneller erkennbar sind. Verbraucherportale bewerten die Glaubwürdigkeit dieser Siegel.

Fazit bei den Öko-Labeln ist: Wenn Bio draufsteht, ist auch Bio drin und bei manchen Produkten sogar noch mehr.

 

 

 

 

Quellen:

https://label-online.de/was-sind-labels/

https://label-online.de/produktlabels/

https://label-online.de/eigenmarken/

https://label-online.de/firmenlabels/

https://label-online.de/guetezeichen/

https://label-online.de/pruefzeichen/

https://label-online.de/test-labels/

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2019/08_2019/EU08_2019_M468-M473.pdf

https://verbraucherschutz.bio/biosiegel-verbaende/was-ist-ein-biosiegel-ueberhaupt/

https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html

https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/food-farming-fisheries/farming/documents/organic-logo-user-manual_de.pdf

https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html

https://www.dwds.de/wb/regional

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/das-verwirrspiel-mit-der-region-12755

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/regionale-lebensmittel-11403

https://www.norma-online.de/de/sortiment/bio-sonne-t-181/

https://www.tegut.com/produkte/bio.html

https://www.allos.de/ueber-uns/wo-wir-herkommen

https://www.oekolandbau.de/verarbeitung/verkauf/kennzeichnung/bio-kennzeichung/bio-auslobung/

zu den einzelnen Siegeln:

EU-Bio-Siegel    www.oekolandbau.de/bio-siegel

Deutsches Bio-Siegel    www.oekolandbau.de/bio-siegel

Demeter    https://www.demeter.de/organisation

Naturland    https://naturland.de/de/naturland/wer-wir-sind.html, https://naturland.de/de/naturland/richtlinien.html

Bioland    https://label-online.de/label/bioland/, https://www.bioland.de/ueber-bioland

Biokreis    https://www.biokreis.de/ueber-uns/wer-wir-sind/, https://label-online.de/label/biokreis/

Biopark    https://www.biopark.de/ueber_uns.htm, https://label-online.de/label/biopark/

Ecoland    https://www.ecoland.de/_ecoland/index.php/ueber-uns/zertifizierung, https://label-online.de/label/ecoland/

Ecovin    https://label-online.de/label/ecovin/, https://www.ecovin.de/der-verband/

Gäa    https://www.gaea.de/index.php

Verbund Ökohöfe    https://www.verbund-oekohoefe.de/, https://siegelcheck.nabu.de/verbund-oekohoefe/?standalone

Der Verein „Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.    https://www.biozyklisch-vegan.org/, https://www.siegelklarheit.de/66-biozyklisch-veganer-anbau

Bio-Zeichen Baden-Württemberg    https://www.gemeinschaftsmarketing-bw.de/bio-zeichen-bw/, https://www.gemeinschaftsmarketing-bw.de/bio-zeichen-bw/was-ist-das-bio-zeichen-2/

Bio-Zeichen Mecklenburg-Vorpommern    https://www.lallf.de/oekologischer-landbau-handelsklassen-mio/biozeichen-m-v/, https://www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/Oeko/Merkblatt_zur_Vergabe_des_Biozeichens_neu.pdf

Bio-Siegel-Hessen    https://www.gutes-aus-hessen.de/unsere-siegel/bio-aus-hessen/, https://www.gutes-aus-hessen.de/faq/

Bio-Siegel Bayern    https://www.biosiegel.bayern/de/verbraucher/kriterien/, https://www.stmelf.bayern.de/bio-siegel 

Bio-Region Niederrhein    http://www.bio-region-niederrhein.com/bioregion-betriebe.php, http://www.bio-region-niederrhein.com/bioregion-bioregion.php

Regionallabel in Norddeutschland    https://label-online.de/label/unsere-hoefe-im-norden/, https://www.hoefe.bio/ueber-uns, https://www.hoefe.bio/was-ist-regionalitaet

Feneberg Bio-Siegel    https://www.feneberg.de/service/das-feneberg-bio-siegel/

Alnatura    https://www.alnatura.de/de-de/ueber-uns/presse/daten-und-fakten/, https://www.alnatura.de/de-de/ueber-uns/alnatura-bio-qualitaet/

BioBio    https://www.netto-online.de/ueber-netto/Eigenmarken-BioBio.chtm

EdekaBio    https://www.edeka.de/unsere-marken/eigenmarken-lebensmittel/edeka-bio/edeka_bio.jsp, https://www.edeka.de/unsere-marken/eigenmarken-lebensmittel/edeka-bio-vegan/internetstruktur_edeka_bio___vegan.jsp

Gut Bio    https://www.aldi-nord.de/themenwelten/unsere-biowelt.html, https://www.aldi-sued.de/de/nachhaltigkeit/lieferkette/nachhaltige-produkte/bio.html

ReweBio    https://www.rewe.de/marken/eigenmarken/bio/rewe-bio-produkte

enerBio    https://www.rossmann.de/de/marken/enerbio/c/online-dachmarke_4455247

dmBio    https://www.dm.de/marken/dmbio

Bio Primo    https://www.mueller.de/aktuelles/lifestyle/superfood-von-bio-primo/, https://www.mueller.de/naturshop/lebensmittel/ 

Naturgut    https://www.penny.de/erleben/eigenmarken/naturgut, https://www.penny.de/angebote/eigenmarken/naturgut

Dennree    https://www.dennree.de/dennree-qualitaet, https://www.dennree.de/dennree-qualitaet/kontrolle-und-kennzeichnung

Rapunzel    https://www.rapunzel.de/unternehmensportrait.html, https://www.rapunzel.de/demeter-partner-zertifizierung.html

Naturwert Bio    https://www.combi.de/Unternehmen, https://www.combi.de/UnsereMaerkte/Unsere-Eigenmarken/NATURWERT-Bio

K-Bio    https://www.kaufland.de/sortiment/unsere-marken/k-bio.html, https://www.kaufland.de/service/haeufige-fragen.html#k-bio, https://unternehmen.kaufland.de/unsere-verantwortung/machen-macht-den-unterschied/demeter.html