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Geschenke – spannendes Gesellschaftsspiel als Ausdruck von Wertschätzung

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„Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, dem man soeben etwas geschenkt hat.“  - Jean de La Bruyère

In groß oder klein, einfach oder aufwendig verpackt, zu speziellen Anlässen oder einfach zwischendurch – wir mögen Geschenke. Wer auch immer als Erster mit dieser Idee angefangen hat, wurde der Menschheit zum wahren Segen. Es entstand eine Art Gesellschaftsspiel daraus, sodass Schenken und Beschenkt werden ein Genuss wurde. Warum schenken wir? Was verrät ein Geschenk? Wie sollten wir reagieren als Beschenkte? Wie finde ich ein passendes Geschenk?

Warum schenken wir?

Wenn das Weihnachtsfest naht, fällt uns sofort ein Wort ein: „Geschenke!“ Innerlich schreibe ich die Liste, wen ich beschenken möchte. Warum ich jemandem etwas schenken möchte, ist keine Frage: Ich will das Funkeln der Freude in den Augen des anderen sehen!

Schenken ist ein Gesellschaftsspiel mit ungeschriebenen Regeln. Du lernst sie schon als Kind. Als Beschenkte sagt man „danke“ und wenn die Eltern oder Großeltern Geburtstag haben, muss mindestens ein Bild gemalt werden. Geben und Nehmen wechseln sich ab. Niemand kann sich diesem Gesellschaftsspiel entziehen. Plötzlich bekommst du doch ein Geschenk in die Hand gedrückt und musst reagieren. Aber warum sollte man auch bei diesem schönen Spiel nicht mitspielen wollen?

Der Brauch des Schenkens ist in fast allen Ländern etabliert: Durch Geschenke stärken, pflegen und knüpfen wir Beziehungen. Schenken verbindet.

„Wir schenken, weil es uns zuerst guttut und dann erst dem anderen.“, sagt der Philosoph Wilhelm Schmid. Bestätigt hat das auch Jordan Grafman mit seiner Forschung: Wir werden beim Schenken von Glück geschwemmt. Schenken macht glücklich.

Welche Bedeutung haben Geschenke? Was verraten sie?

Schenken ist Kommunikation. In den meisten Fällen drückt ein Geschenk Wertschätzung aus: „Ich habe an dich gedacht und mir überlegt, worüber du dich freuen könntest. Für dich habe ich die Produkte verglichen, alle Rezensionen durchgelesen und das Beste ausgewählt.“ Da spielen Größe, Preis oder Ausgefallenheit keine Rolle.

Ist ein Geschenk jedoch lieblos verpackt und der Inhalt unpassend, stellt sich die Frage, was sich der Geber dabei gedacht hat. Mit Geschenken kann nämlich auch Druck ausgeübt oder eine Gegenleistung eingefordert werden. Bevor dies unterstellt wird, ist jedoch eher von einer wohlwollenden Absicht auszugehen. Womöglich war nur die Umsetzung unbeholfen.

Aus Freude oder Verlegenheit– es sagt etwas über die Beziehung zwischen Geber und Nehmer aus.

Als Beschenkter ist das Empfangene viel wertvoller, als wenn du es dir selbst gekauft hättest. Du verbindest eine Person mit dem Gegenstand, erinnerst dich an sie, wenn du es siehst und es fällt dir schwer, dich von dem Geschenk zu trennen.

Wie finde ich ein passendes Geschenk?

Ich möchte mit meinem Geschenk eine Freude machen. Wie finde ich jetzt das passende Geschenk?

Der Soziologe Holger Schwaiger meint, dass gelungenes Schenken recht einfach ist, wenn wir auf Details in unseren Beziehungen achten. „Wir senden ständig Informationen aus, versteckte Botschaften, Wünsche. Die müssen wir erkennen und dann entsprechend Geschenke auswählen.“

Manche haben leichte, andere komplizierte Verstecke. Das ist ebenfalls Teil des „Gesellschaftsspiels“, auf Andeutungen zu achten und den anderen zu einem späteren Moment damit zu überraschen, dass du ihm „zugehört“ hast.

Eine Regel bei Geschenken ist allgemeingültig: In einer Gesellschaft, in der bereits alles vorhanden zu sein scheint, ist es besser, etwas Nichtmaterielles zu schenken - beispielsweise gemeinsam Zeit verbringen in Form eines Ausflugs, eine Reise oder ein Restaurantbesuch.

Sind Geldgeschenke auch in Ordnung?

Es kommt mir unkreativ und unpersönlich vor, wenn ich Geld schenke. Sind Geldgeschenke oder Gutscheine minderwertigere Präsente?

In einer Studie haben Gino und Flynn ermittelt, dass sich Beschenkte mehr über Geld freuten als über ein Präsent auf dem Wunschzettel.

Von Müttern kamen Rückmeldungen, dass sie sich über individuell einsetzbare Gutscheine zur Geburt mehr freuten, anstatt die fünfzehnte Schnullerkette überreicht zu bekommen.

So verkehrt sind Geldgeschenke nicht.

Ein Gutschein oder ein Geldgeschenk muss nicht lieblos wirken. Um ihn persönlicher zu gestalten, gibt es viele Ideen für Falt-Techniken und kreative Verpackungen. In eine aufwendige Gestaltung wird Zeit investiert, was den distanzierten Charakter des Geldgeschenks verschwinden lässt. Ein lieber Gruß in einer beiliegenden Karte rundet das Geschenk ab.

Wie teuer sollte ein Geschenk sein?

Der Wert eines Geschenks liegt nicht im Geld. Er entsteht durch Achtsamkeit und das individuelle Eingehen auf Wünsche. Die Zeit, die ich ins Nachdenken, Aussuchen und Verpacken stecke, spricht von Wertschätzung. Da kann auch ein günstiges Geschenk ein Volltreffer sein.

Manchmal kommt aber doch eine Situation, in der sich ein Geburtstagskind oder ein Brautpaar explizit nur Geld wünscht. Wie viel gebe ich? Was ist angemessen?

Es kommt darauf an: Der Betrag richtet sich zum einen danach, wie nah man dem Beschenkten steht. Dabei gilt: je näher desto höher. Zum anderen ist es abhängig von der Lebenssituation. Niemand erwartet von Auszubildenden oder Studierenden hohe Geldgeschenke. Ein dritter Aspekt ist der Aufwand der Feier für die Gastgeber. Es wäre unhöflich 20€ zu schenken, wenn die Location und das Essen ein Wert von 100€ pro Gast gekostet haben.

Beispielsweise bei Hochzeiten geben die Verzehrkosten die Richtung an, die mindestens durch das Geldgeschenk gedeckt werden sollten. Dazu kommen etwa 30% als Nettogeschenk.

Warum verpacken wir Geschenke?

Macht erst die Verpackung ein Präsent zum Geschenk? Laut Definition nicht. Ein Geschenk ist die „Übertragung des Eigentums an einer Sache ohne Erwartung einer Gegenleistung“. Doch wenn dir jemand ein unverpacktes Geschenk überreicht, dann fehlt etwas.

Die Zeit, die ins sorgfältige Einpacken gesteckt wurde, drückt Sympathie aus. Die Verpackung steigert den Wert des Geschenks und fördert Zufriedenheit beim Beschenkten. Für manche ist sogar das Geschenkpapier ein Teil des Geschenks, das eingerahmt wird, wenn es besonders schön ist.

Außerdem mögen wir die Spannung beim Auspacken: Was verbirgt sich hinter der Verpackung? Selbst wenn es „nur“ ein Briefumschlag ist, bleibt die Neugier, was enthalten ist: Geld? Ein Gutschein? Eine liebevoll geschriebene Karte?

Nebenbei schützt die Verpackung auch den wertvollen Inhalt. Papier wurde bereits zum Einpacken genutzt, bevor es zum Schreiben verwendet wurde. Damit ist Verpacken von Präsenten eine lange Tradition.

Um der Umwelt dabei ebenfalls Wertschätzung entgegenzubringen, gibt es Strategien, um unnötigen Müll zu vermeiden. Beispielsweise durch Verwendung von ökologischem Papier und der sparsamen Geschenkpapierformel.

Darf ich Geschenke ablehnen?

Du bekommst ein Geschenk, das du nicht gebrauchen kannst oder was du bereits hast. Jetzt stehst du vor der Wahl, ob du es höflich annimmst und deine Freude vorspielst oder ob du ehrlich bist.

„Das Empfangen von Geschenken erfordert ebensolches Feingefühl wie das Geben.“, sagt der Berliner Soziologe Friedrich Rost. Ohne guten Grund, wird auch ein geschmackloses Geschenk freundlich dankend angenommen.

Die Kommunikationsregel des Schenkens lautet: „Alles im Leben, und nicht zuletzt Freigebigkeit, beruht im gewissen Maße auf Gegenseitigkeit. Daher muß man sich nach Annahme eines oder mehrerer Geschenke bei Gelegenheit erkenntlich zeigen. Wenn man nun nicht in die Schuld des andern geraten möchte und ... nicht durch eine unverhüllte Ablehnung kränken will, heißt es, einen guten Grund [für die] höfliche Zurückweisung des Geschenkes zu finden."

Ablehnen ist in Ordnung, wenn es mit der erforderlichen Sensibilität geschieht und du eine nachvollziehbare Begründung nennst. Ohne Feingefühl kann der Geber die Abweisung auf sich als Person beziehen, obwohl es rein sachlich um das Objekt geht.

Ist der Grund einleuchtend, fällt es dem Geber leicht einen Umtausch anzubieten.

Der Schatz des Schenkens

Schenken gibt uns die Gelegenheit andere zu bedenken und drückt Wertschätzung aus. In „Wertschätzung“ stecken die Worte Wert und Schatz. Genau das symbolisiert und transportiert das Geschenk. Wir erkennen den Wert des anderen und behandeln ihn wie einen wertvollen Schatz. Nicht pauschal jeder wird beschenkt, sondern wir treffen eine Auswahl, sodass sich ein Bedachter geehrt fühlt. Beim Schenken erfahren sowohl der Gebende als auch der Nehmende Anerkennung. Das ist das Schöne an dem Gesellschaftsspiel des Schenkens: Es gibt nur Gewinner.

 

 

 


Quellen:

https://lernenderzukunft.com/psychologie-des-schenkens-geschenke/

https://www.welt.de/wissenschaft/article5609664/Was-ein-Geschenk-so-alles-bedeuten-kann.html

https://taz.de/Soziologe-ueber-das-Schenken/!5471097/

http://nach-haltig-gedacht.de/2019/12/23/ueber-den-sinn-der-gabe-warum-schenken-wir-uns-etwas/

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/01/schenken-geschenke-weihnachten-anlaesse/komplettansicht

http://www.traumfest.de/html/wieviel_geld_schenkt_man.html

https://www.wortbedeutung.info/Geschenk/

https://wertstoffblog.de/2015/12/22/alle-jahre-wieder-zu-weihnachten-20-bis-30-prozent-mehr-muell/

http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/weiterbildung_bildungsmanagement/Ehemalige/frost/onlinetexte/schenken_heute.pdf