Versandkostenfrei ab 22 Euro Bestellwert
Aktualisierung...
CartWarenkorb
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam orem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diamsadipscing elitr, sed diam orem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam
Image

Was früher nur eine kleine Belohnung ab und an war, ist heute ein Trend: das Snacken. Als mittlerweile eigenständige Esskultur wird es auch als „Snackification“ bezeichnet. Bist du auch schon Teil dieser Kultur? Das zu beantworten ist nicht einfach, da so viele unterschiedliche Vorstellungen mit dem Begriff Snack verbunden sind. Für die einen ist ein Snack ein konkretes Lieblingslebensmittel wie Chips oder gesalzene Erdnüsse. Die nächsten sehen in einem Snack weniger das Lebensmittel an sich als eher die Umstände, wann er gegessen wird: ein Snack ist etwas, was ich unterwegs esse. Wieder andere sehen Snack als Synonym für eine Zwischenmahlzeit oder als etwas, was schnell zuzubereiten ist. Sind das falsche Vorstellungen oder kann dies alles ein Snack sein? Was ist ein Snack genau? Warum ist Snacken zu einem Trend geworden und warum wird in ihm manchmal der Feind der gesunden Ernährung gesehen?

Was ist ein Snack?

Menschen geben verschiedene Antworten darauf, was sie mit einem Snack assoziieren. Manche nennen ein einzelnes Lebensmittel, wie zum Beispiel Chips oder Schokolade, andere nennen eher Aspekte der Umstände, wie zwischendurch oder unterwegs essen.

Ein Snack ist eine kleine Mahlzeit zwischendurch. Alles, was wir außerhalb von Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu uns nehmen, gilt als Zwischenmahlzeit. Snack als Synonym wird dem nicht gerecht, denn er steht längst für sich als eigener Ernährungsstil, als Teil unserer Kultur und Identität.

Ein Snack ist eine schnelle Lösung bei Hunger oder Appetit, unabhängig von der Tageszeit, ob allein oder in Gemeinschaft, ob herzhaft oder süß, ob zuhause oder unterwegs, nebenbei oder zelebriert.

Assoziationen wie „Häppchen“, „Knabberei“, „Nascherei“, „Stärkung“, „Fingerfood“, „Kleinigkeit“ und „Imbiss“ verdeutlichen die Bandbreite an Vorstellungen, was ein Snack ist.

Die unterschiedlichen Snack-Motivationen lassen sich in drei Kategorien ordnen:

  1. Snack als Naschwerk: gesnackt wird ohne Hunger aus Langeweile oder Appetit
  2. Snack als Zwischenmahlzeit: Es wird eine Kleinigkeit aufgrund eines wahrgenommenen Hungergefühls gegessen
  3. Snack als Mahlzeitenersatz: ein Snack ersetzt eine komplette Mahlzeit

Snackification verbirgt sich im dritten Punkt. Statt drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten zu geregelten Uhrzeiten werden mehrere kleinere Mahlzeiten ohne feste Zeiten gegessen.

Der informelle Charakter des Snacks spiegelt unsere Tagesstrukturierung wider: Früher haben die Essenszeiten den Rhythmus des Arbeitsalltag angegeben, heute strukturieren unsere Termine das Essen. Die Ansprüche an eine Mahlzeit heute umfassen Flexibilität, Individualität, hohe Verfügbarkeit und schnelle Verzehrbarkeit.

Warum snacken wir so gerne?

Auf das Snacken verzichten? Möglich, aber für die meisten keine Option. In einer Umfrage gaben 75% der Befragten an, dass ein kleiner Genuss zwischendurch einfach dazugehört. 64% möchten gerne an ihren Essritualen festhalten und sie pflegen, denn das eigene Snack-Verhalten wird als identitätsstiftend erlebt. Auch Nostalgie ist für viele Deutsche (62%) ein Grund zu snacken, da sie sich an ihre Kindheit erinnert fühlen. Da sind beispielsweise Erinnerungen an die Kekse mit einem Glas Milch am Küchentisch der Großmutter oder an die eigene Brotdose für die Pausen in der Schule.

Mit Snacken können wir kurzzeitig dem Alltag entfliehen. Wir legen eine Pause ein, genießen leckeres Essen und den Moment Ruhe.

Wir können uns mit einem Snack belohnen oder die Langeweile vertreiben.

Stehen wir unter Termindruck, lässt sich der Hunger schnell stillen.

Dasselbe gilt für Leute mit einem spontanen Lebensstil. Das Planen und der Zeitaufwand für Einkaufen und Zubereitung entfallen. Das Snacken schenkt uns ein neues Zeitbudget in unserer komplexen Tagesstruktur.

Der Snack als moderner Ernährungsstil ist vor allem aufgrund seiner Leichtigkeit so beliebt. Spontan kaufen wir uns, worauf wir Lust haben und was uns schmeckt.

Das Gewissen und das Snacken - Gesundes Snacken ist kein Widerspruch

Müssen wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir dem Snack nicht widerstehen konnten? Es kommt darauf an, was wir gesnackt haben.

Ein Snack aus der Kategorie „Naschwerk“ ist oft mit einem schlechten Gewissen und einem inneren Konflikt verbunden. Ist er in Kategorie 2 „Zwischenmahlzeit“ oder 3 „Mahlzeitenersatz“ mit einer anderen Motivation verknüpft, esse ich den Snack mit gutem Gefühl.

Der Snack hat den Ruf, dass er zum disziplinlosen Essen führt, da er die feste Mahlzeitenstruktur aufhebt. Bei vielen Kleinigkeiten, die nebenbei über den Tag verteilt gegessen werden, geht schnell die Übersicht über die Gesamtmenge verloren.

Bedenklich ist nicht der Snack an sich, sondern eher das unbewusste Essen nebenbei. Das lässt die innere Stimme fragen, ob du deiner Gesundheit etwas Gutes getan hast. Was hast du gegessen und wie viel davon?

Beim Snacken ist wichtig, dass die Nebensache zur Hauptsache wird, und das unbewusste Essen zu einem bewussten Genießen.

Achtsam essen und genießen sind wichtige Bestandteile von gesunder Ernährung. Denn langsames und bewusstes Essen wirkt sich auf das Sättigungsempfinden und den Genuss aus. Das Sättigungsgefühl setzt erst 15-20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit ein. Langsames Kauen, das Wahrnehmen von Geruch, Geschmack und Konsistenz entspannt und hilft, das Körpergewicht zu regulieren.

Was bedeutet eigentlich „gesunde Ernährung"?

Es mag überraschen, aber es gibt keine allgemeingültige Definition von „gesunder Ernährung“.  Bei der Stichwort-Suche im Internet findet sich bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eine Erläuterung von „vollwertiger Ernährung“: Eine vollwertige Ernährung ist die Basis für bedarfsgerechtes, gesundheitsförderndes Essen und Trinken. Sie kann dazu beitragen, Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit des Menschen ein Leben lang zu fördern bzw. zu erhalten.

Ernährung ist ein Teil von Gesundheit. „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ (WHO, 1946) Die verschiedenen Einflüsse auf Gesundheit spiegeln sich auch in der Ernährung wider.

Ausgewogene Ernährung meint in erster Linie den physischen Aspekt: Durch Ernährung nehmen wir Nährstoffe auf, die den Körper leistungsfähig machen. Essen wird durch körperliche Signale wie Hunger und Sättigung geleitet.

Daneben hat Essen auch eine psychische und soziale Bedeutung, die nicht zu unterschätzten ist.

Die Esskultur (soziale Bedeutung) war die Grundlage menschlicher Gemeinschaft. Das gemeinsame Essen festigt Beziehungen und schafft ein Zugehörigkeitsgefühl. Die gemeinsamen Mahlzeiten ermöglichen es, miteinander zu kommunizieren. Auch Tischsitten, Mahlzeitengestaltung und Geschmack prägen die soziale Qualität von Essen.

Die psychische Qualität von Essen beleuchtet die Gefühle, die mit Essen oder bestimmten Lebensmitteln verbunden werden. Darunter fallen Motivationen, Vorlieben und Abneigungen. Essen wird zum Trost oder zur Entspannung genutzt, um die psychische Balance zu halten.

Empfohlen ausgewogen - die Basics gesunder Ernährung

Für den physischen Aspekt von ausgewogener Ernährung gibt es Empfehlungen. Fachleute sprechen von „ausgewogen“, da es nicht um schwarz-weiße Kategorien wie „gesund“ oder „ungesund“ geht. Ernährung sollte abwechslungsreich und vielfältig sein. Damit der Körper alle Nährstoffe zugeführt bekommt, sollten Lebensmittel unterschiedlicher Produktgruppen gewählt werden. Ist die Auswahl einseitig, können Mangel oder Überfluss bestimmter Nährstoffe die Leistungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat zehn Regeln formuliert.

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Die Grundsätze beziehen sich zum größten Teil auf die Inhaltstoffe der Lebensmittel. Der neunte Punkt weist auf die psychische Komponente hin. Das bewusste Achten auf Körpersignale wie Hunger und Sättigung sind dabei genauso im Blick wie das Genießen.

10 Punkte mit 42 Wörtern, die uns im Ernährungsdschungel den Weg zeigen sollen. Sie sind deutlich einfacher auswendig zu lernen als seitenlange Kalorientabellen – dennoch verlaufen wir uns. Andere Wissenschaftler haben deswegen Ausgewogenheit noch kompakter dargestellt: durch den Nutri-Score. Auf der Verpackungs-Vorderseite eines Lebensmittels zeigt das neue Nährwertkennzeichnungslabel in fünf Farbtönen und Buchstaben an, wie ausgewogen ein Produkt ist. Sozusagen ein grün-gelb-rot-Denken in „öfter-seltener“, statt schwarz-weiß-Denken in „erlaubt-verboten“.

Warum fällt es manchmal schwer, sich gesund zu ernähren?

Die meisten Menschen wissen, was gesunde Ernährung beinhaltet. „Nach mehr als 50 Jahren Ernährungsaufklärung essen die Deutschen nicht anders. Doch häufig essen sie das, was sie essen, mit schlechtem Gewissen.“, meint der Ernährungspsychologe Prof. Dr. Volker Pudel. „Die Deutschen haben gelernt: Obst und Gemüse sind „gesund“! […] Sie wissen auch, was „ungesund“ ist – nämlich meist das, was sie essen.“

Warum essen wir wider besseres Wissen weiter wie bisher? Weil wir nicht mit der Vernunft genießen, sondern mit Emotionen.

Laut Prof. Joachim Westenhöfer essen Menschen „um zu feiern, um sich zu belohnen, um sich zu entspannen oder um sich zu trösten“ und eben nicht nur nach den Signalen Hunger und Sättigung.

Die Mehrheit der Bevölkerung hat grundsätzlich den Wunsch sich gesund zu ernähren. Dennoch scheitert das Vorhaben manches Mal im Alltag durch beispielsweise Bequemlichkeit und Zeitdruck. Hormone, Stress, Stimmung und weitere Faktoren hinterfragen unseren Entschluss. Denn die Essrealität ist, dass unser Essen zu 80% von Emotionen und vom Unbewussten bestimmt wird.

Auch Prägung kann uns im Weg stehen. Wenn Zubereitung und Verzehr von Lebensmitteln in festen traditionellen Mustern erfolgt, wird eine Entscheidung für eine gesunde Ernährung unter Umständen schwieriger sein, als wenn du in einer Familie mit ganzheitlich-natürlichem Ernährungstyp aufgewachsen bist, die gerne in der Küche experimentiert.

Prägung mündet in Gewohnheiten. 43% des Tagesablaufes ist von Gewohnheiten bestimmt. Sind sie erst einmal da, lassen sie sich nicht mehr so schnell aus dem Leben verbannen. Vorteilhafte Gewohnheiten sind nicht zu unterschätzende Hilfen. Erkennen wir sie aber als schädlich und wollen dagegen angehen, sind sie lästig. Gewohnheiten können ihre Macht verlieren, wenn sie gezielt aufgelöst werden.

Es ist also nicht einfach eine Frage der mangelnden Selbstdisziplin, warum wir uns nicht immer so verhalten, wie wir uns vorgenommen haben.

Ernährungstrends – gesund, gesünder, am gesündesten?

Im Zwiespalt zwischen Wunsch und Umsetzung erscheinen Ernährungstrends wie Wegweiser im Ernährungsdschungel, der zum Ziel „gesund ernähren“ hinweist. Auf einem Wegweiser steht „Clean Eating“, auf dem nächsten „Paleo“, „Raw Food“ oder „frei von“. Auf dem „frei von“-Wegweiser sind weitere Schilder mit „laktosefrei“, „glutenfrei“ und „ohne Hefe“ angebracht. Ist Snacken nur ein neuer Trend, so wie vegan oder LOHAS?

Für viele sind diese Wege attraktiv, denn die Empfehlungen der Fachgesellschaften sich ausgewogen zu ernähren wirken unkonkret. Wir mögen eine klare falsch-richtig, erlaubt-vermeiden-Einteilung und die Ernährungstrends bieten dieses Handlungskonzept an.

Was steckt hinter diesen Trends? Einige richten sich nach der Zusammensetzung der Nährstoffe in den Lebensmitteln, andere nach Verarbeitungsgrad oder durch Weglassen verschiedener Lebensmittelgruppen bzw. Inhaltsstoffen.

Bei jeder Ernährungsform geht es in erster Linie um Ausdruck individueller Wertvorstellungen. Dabei ist die Gesundheit die oberste Priorität, es kommen aber auch ökologische und moralische Werte dazu. So können als gesund bewertete Lebensmittel jedoch durch einen weiten Transportweg als ökologisch fragwürdig eingestuft und daher vermieden werden.

Über die Wahl der Lebensmittel wird gezeigt, wer man sein möchte, was einem wichtig ist und wie man wahrgenommen werden möchte.

Ob LOHAS, Snackification, Slow Food – bei jedem Ernährungstrend ist darauf zu achten, ob der Körper alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Grundsätzlich gilt bei gesunder Ernährung: „Abwechslungsreich essen und dabei überwiegend pflanzliche Lebensmittel verzehren. Je vielfältiger die Ernährung, desto geringer ist das Risiko von Mangelerscheinungen.“

Klare Snack-Empfehlung: die Nebensache zur Hauptsache machen

Ein Snack als kleine Mahlzeit zwischendurch, kann verschieden motiviert sein zum Naschen, zum Hunger stillen oder als Mahlzeitenersatz. Ob als Gruppe oder allein, jeder kann seinem Geschmack nachkommen. Gesund essen beinhaltet neben physischen Faktoren auch psychische und soziale Aspekte. Sie finden sich im Snack wieder: natürliche und gute Zutaten für den Körper, der Genuss und Geschmack für die Psyche und die Wahl des Lebensmittels drückt aus, welche Werte einem wichtig sind. Den schlechten Ruf hat der Snack nicht verdient. Viele assoziieren ihn aber mit einem schlechten Gewissen. Das liegt weniger am Snack selbst, als an den zugrundeliegenden Emotionen und Gewohnheiten, die durch das nebenbei Essen den Überblick über die Menge verlieren lassen. Damit Snacken auch für die Gesundheit ein Genuss bleibt, sollten wir bewusst genießen. Bewusst heißt gewollt, absichtlich und achtsam.

 

 

 

Quellen:
https://www.presseportal.de/pm/110712/4438755

https://www.wyld.de/magazin/mythos-snacking/

https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/food/snackification-das-ende-der-mahlzeiten-wie-wir-sie-kennen/

https://www.oekotest.de/essen-trinken/Gesunde-Ernaehrung-Die-wichtigsten-Tipps-und-Ernaehrungsformen_11129_1.html

Snacks – besser als ihr Ruf? https://idw-online.de/de/attachment26098

https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/gesundheit/

Hans-Konrad Biesalski, Stephan Bischoff, and Christoph Puchstein. Ernährungsmedizin. Georg Thieme, 2010. 4. Auflage.

Prof. Dr. Volker Pudel. Ernährung und Gesundheit: Informations- oder Verhaltensdefizit? https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/16-01-2009-im-fokus-ernaehrung-und-gesundheit-informations-oder-verhaltensdefizit/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/24783/Ernaehrung-und-Psyche-Essen-Ein-Wechselspiel-zwischen-Kopf-und-Bauch

Fachwissenschaftliche Konzeption: Soziokulturelle Grundlagen der Ernährungsbildung: http://www.evb-online.de/docs/07_2005-Soziokulturelle_Grundlagen.pdf

Ernährungstrends: Was steckt hinter dem Erfolg von Paleo, Clean Eating & Co.? https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/11-10-2017-ernaehrungstrends-was-steckt-hinter-dem-erfolg-von-paleo-clean-eating-co1/