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Nutri-Score – grünes Licht für gesunde Lebensmittel

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ABCDE auf Lebensmittelverpackungen – was zunächst nach Alphabet lernen in der Grundschule klingt, soll uns beim Einkauf von gesunden Produkten unterstützen. Wer vor dem Müsliregal steht, muss aus zahlreichen Produkten eine Entscheidung treffen. Doch welche Packung ist die gesündeste Wahl? Jedes Produkt genauestens unter die Lupe zu nehmen und Nährwerte zu vergleichen, ist umständlich und zeitintensiv. Die Lösung dafür soll eine neue Nährwertkennzeichnung bieten, der Nutri-Score. Er ist für jeden leicht verständlich und auf einen Blick erkennbar. Handelt es sich dabei um eine neue Marketingstrategie der Lebensmittelhersteller? Ist der Nutri-Score vertrauenswürdig? Wie funktioniert er und wie hilft er uns im Alltag?

Was ist der Nutri-Score?

Beim Nutri-Score handelt es sich um eine Nährwertkennzeichnung zur Ergänzung der Nährwerttabelle, die auf der Vorderseite eines Lebensmittels aufgedruckt ist.

Eine fünfstufige farbige Skala aus den Buchstaben A bis E soll beim Einkauf eine Orientierung geben. Das dunkelgrüne A steht für ein ernährungsphysiologisch empfehlenswertes Lebensmittel, während Produkte mit einem roten E hingegen selten zu genießen sind.

Entwickelt wurde er von einem unabhängigen Team von Wissenschaftlern unter Leitung von Prof. Hercberg für die französische Gesundheitsbehörde. Bisher ist der Nutri-Score noch nicht verpflichtend – Lebensmittelhersteller können sich freiwillig dazu entscheiden, ihn auf ihren Produkten zu platzieren.

Wozu brauchen wir den Nutri-Score?

Eine einseitige Ernährung und Übergewicht führen zu verschiedenen Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Über die Hälfte der Einwohner in Deutschland sind übergewichtig. Auch der Anteil übergewichtiger Kinder steigt. Eine wichtige Ursache hierfür ist der Konsum ernährungsphysiologisch ungünstiger Lebensmittel.

Viele Menschen möchten ihre Essgewohnheiten verändern, doch das Thema gesunde Ernährung ist sehr komplex. Die Angaben in der Nährwerttabelle sind für viele schwierig zu bewerten. Im Dschungel zwischen Siegeln, Werbeversprechen und Diäten verlieren Verbraucher leicht den Überblick.

Der Nutri-Score soll dabei helfen, ungesunde Produkte auf einen Blick zu erkennen und sich für geeignetere Alternativen zu entscheiden. Außerdem motiviert der Nutri-Score die Hersteller dazu, Rezepturen zu optimieren oder gesündere Varianten anzubieten. In Frankreich zeigte sich der Nutri-Score bereits erfolgreich.

Wie wird der Nutri-Score berechnet?

Die Berechnung des Nutri-Scores ist für alle Länder und Hersteller einheitlich vorgegeben. Der Energiegehalt und potenziell bedenkliche Bestandteile wie Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz werden je nach Menge mit Punkten bewertet. Andererseits werden die Menge günstiger Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Ballaststoffe und der Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen berechnet. Dabei beziehen sich Angaben auf 100 g bzw. ml des Produkts. Aus der Gewichtung von Plus- und Minuspunkten ergibt sich die Gesamtpunktzahl, die fünf Buchstaben zugeordnet ist. Bei Käse, Getränken und Ölen weicht die Rechnung etwas ab.

Wie hilft uns der Nutri-Score bei einer gesunden Ernährungsweise?

Der Nutri-Score ermöglicht, Lebensmittel einer Produktgruppe von verschiedenen Marken schnell und einfach zu bewerten. Es macht wenig Sinn, eine Fertig-Pizza mit einem Fruchtjoghurt zu vergleichen. Innerhalb einer Produktgruppe, in der das gleiche oder ähnliche Lebensmittel von verschiedenen Herstellern angeboten wird, ist ein Artikel mit einem A eine bessere Wahl als ein Produkt mit einem C (Vergleich zwischen zwei Müsliriegeln oder zwischen Frucht- und Schokomüsli).

Wer sich gesund ernähren möchte, entscheidet sich idealerweise häufig für Lebensmittel mit einem A. Außerdem ist es empfehlenswert, Produkte mit C nur gelegentlich und E selten zu konsumieren. Wenn am Ende viele grüne, ein paar gelbe und wenig rot gekennzeichnete Produkte im Einkaufswagen liegen, hast du die richtige Entscheidung für eine ausgewogene Ernährungsweise getroffen.

Wann kommt der Nutri-Score?

Im November 2020 ist die rechtliche Grundlage für den Nutri-Score in Deutschland in Kraft getreten. Der Prozess um eine neue Nährwertkennzeichnung hat über die letzten anderthalb Jahrzehnte gedauert.

Den Herstellern, die sich für den Nutri-Score ausgesprochen haben (z.B.  Nestlé, Danone, Alpro, Bofrost, Harry Brot, Iglo, McCain, Mestemacher, Bonduelle), sind zwei Jahre gewährt, bis alle Produkte einer Marke bedruckt sein müssen. Die Übergangsfrist soll verhindern, dass bereits hergestellte Produkte vernichtet werden müssen.

Trotz des Wunsches vieler Verbraucherorganisationen ist der Nutri-Score nicht verpflichtend für alle Hersteller. Das liegt am geltenden EU-Recht, das keine verpflichtende Anwendung einer erweiterten Nährwertkennzeichnung festlegt. Deswegen werden vermutlich manche Produkte unbedruckt bleiben.

Wie bewerte ich ein Produkt ohne Nutri-Score?

Da der Nutri-Score für die Hersteller freiwillig ist, findet sich nicht auf allen Produkten ein Logo. Ein unbedrucktes Produkt muss nicht per se ungesund sein, weswegen der Hersteller auf das Logo verzichtet.

Zum Einschätzen des Produkts kann der Nutri-Score mithilfe von Apps berechnet werden. Mit der App „Open Food Facts“ kannst du im Supermarkt bequem den Barcode der Produkte einscannen und den Nutri-Score ermitteln lassen. In der Plattform sind bereits über 600.000 Produkte aufgeführt.

Die französische Gesundheitsbehörde bietet ebenfalls Tools zur Berechnung an. Eine Excel-Tabelle ist als Download verfügbar. In der Datei können die Zahlen aus der Nährwerttabelle eingegeben werden, woraufhin der Buchstabe des Nutri-Scores ausgewertet wird.

Außerdem sind über die Verbraucherzentrale Kärtchen erhältlich, die anzeigen, welche Menge an Nährstoffen wie Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz niedrig, mittel oder hoch sind. Diese Angaben lassen sich mithilfe der Nährwerttabelle auf dem Produkt einfach vergleichen.

Ist der Nutri-Score wirklich sinnvoll?

Trotz des nachvollziehbaren Systems hat der Nutri-Score einige Schwachstellen. Kritiker bemängeln, dass Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Süßstoffe und Aromen unberücksichtigt bleiben. So kann ein Getränk mit Süßstoff und Aroma besser abschneiden als ein Fruchtsaft.

Auch Vitamine, Mineralstoffe oder ungesättigte Fettsäuren fließen nicht in die Gesamtbewertung ein. Indirekt wird es nur durch den Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen berücksichtigt.

Der Nutri-Score erlaubt keinen Rückschluss auf einzelne Nährstoffe und trifft keinerlei Aussage über Nachhaltigkeit und Tierwohl.

Für bestimmte Produkte ist der Nutri-Score nicht sinnvoll, wie etwa für Lebensmittel, die nur aus einer Zutat bestehen bzw. unverarbeitete Lebensmittel. Das ist beispielsweise bei Obst, Gemüse, Zucker, Honig oder Mehl der Fall. Auch für alkoholische Getränke eignet sich die Nährwertkennzeichnung nicht. Da der Nutri-Score nicht an Lebensmittel angepasst ist, die für Kinder von 0 bis 3 Jahren bestimmt sind, wird eine Anbringung auf den betreffenden Produkten nicht empfohlen.

In der Lebensmittelindustrie wird der Nutri-Score kontrovers diskutiert – es gibt zahlreiche Befürworter, aber auch Gegner. Doch bei einer vereinfachten Zusammenfassung eines solch komplexen Themas sind Einschränkungen unerlässlich. Sicherlich ist der Nutri-Score kein Allheilmittel für eine gesunde Ernährungsweise. Er bietet jedoch eine auf Wissenschaft basierende Orientierungshilfe für einen bewussten Einkauf.

 

 

 

Quellen:
www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittel-kennzeichnung/freiwillige-angaben-und-label/nutri-score/naehrwertkennzeichnungs-modelle-nutriscore.html
www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittel-kennzeichnung/freiwillige-angaben-und-label/nutri-score/nutri-score-erklaert-verbraucherinfo.html
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/entscheidung-fuer-den-nutriscore-naehrwertkennzeichnung-kommt-2020-36561
www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/nutri-score-gesucht-1000-mal-gefunden
www.santepubliquefrance.fr/determinants-de-sante/nutrition-et-activite-physique/articles/nutri-score
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