versandkostenfrei ab 22 Euro Bestellwert
Aktualisierung...
CartWarenkorb
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam orem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diamsadipscing elitr, sed diam orem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam

Salz - weißes Gold oder Gefahr?

Die berücksichtigten Nährstoffe des Nutri-Scores: Salz

Image

In einem alten Bestseller aus dem Jahr 1598 werden Geschichten aus der Stadt Schilda erzählt. Die Schildbürger „waren hochweise Leute, die ihre Kinder aufs beste unterwiesen, so dass ihnen in der ganzen weiten Welt niemand zu vergleichen war“. Sie hatten gerade ihr Rathaus fertig gestellt, um nun endlich über stadtrelevante Themen diskutieren zu können: die Salzknappheit. Sie möchten wegen des Krieges unabhängig von Händlern sein und lieber eigenes Salz anbauen, „da sie ja des Salzes in der Küche so wenig entbehren könnten als des Mistes auf dem Acker.“ Nach langer Beratung beschließen sie: „Sintemal kund und offenbar, daß der Zucker, welcher dem Salz nicht unähnlich, auch wachse, so müsse ja folgen, daß das Salz gleichermaßen auf dem Felde hervorwachse, wie nicht minder daraus abzunehmen, daß auch das Salz Körner habe, wie man sage: Ein Körnlein Salz u.s.w.“ Und so säen sie Salz auf einen Acker, der auch bald grünt. Mit viel Sorgfalt wird der Acker bewacht, aber am Ende können sie das „Salzkraut“ nicht ernten, denn es war „so scharf, herb und hitzig, daß es ihnen die Hände ganz und gar verbrannte und verwüstete.“ Statt mächtige Salzherren zu werden, hatten sie weniger Salz als vorher und noch größeren Mangel.

Würde Salz tatsächlich durch Brennnesseln gewonnen, so wie Zucker aus der Zuckerrübe, wäre Salz wohl kaum so lange ein Luxusgut geblieben. Nicht nur München, Salzburg und Halle an der Saale wären durch Salz reich geworden, sondern jedes Dorf hätte die Möglichkeit gehabt, groß und mächtig zu werden. Heutzutage ist Salz aber tatsächlich in einer Menge vorhanden, wie die Brennnesseln in einem ungepflegten Garten. Das weiße Gold ist zum billigen Massenprodukt geworden und steht eher in Kritik und im Zusammenhang mit Zivilisationskrankheiten. Immer wieder warnen Experten vor zu viel Salz. Wo kommt Salz her? Wofür braucht der Körper Salz? Wie viel Salz pro Tag wird empfohlen und was passiert, wenn zu viel Salz aufgenommen wird?

Das weiße Gold aus der Natur

Salz war über lange Zeit ein Luxusgut. Wer es besaß, konnte dadurch wohlhabend und mächtig werden. Mit viel Aufwand wurde Salz aus Salzwüsten oder aus dem Meer in Salzgärten gewonnen. Genutzt wurde es vor allem als Konservierungsmittel und als Gewürz. Abgesehen davon, dass die die Ägypter es nutzten um Leichname zu Mumifizieren (auch eine Art Haltbarmachung), war der Schwerpunkt auf der Nahrung. Aus der Zeit der Römer gibt es Catos Planung, der mit 10,5kg Salz pro Sklave kalkulierte. Das war nicht zum direkten Verzehr geplant, sondern für die Haltbarmachung von Gemüse, Fisch und Fleisch. Wenn im Herbst Tiere geschlachtet wurden, weil für sie nicht genügend Futter für den Winter vorhanden war, wurde das Fleisch gepökelt und damit vor Verderb geschützt. Eine Vorratshaltung über Monate war möglich. Die Soldaten wurden teilweise mit Salz statt mit Geld entlohnt. Die Wichtigkeit von Salz zur Zeit der Römer wird durch den Namen der Handelsroute von der Adriaküste nach Rom unterstrichen: Via Salaria, die Salzstraße.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das weiße Gold für jeden ein erschwingliches Produkt. Neue Methoden ermöglichten die Entdeckung bisher unbekannter Salzlagerstätten. Die Bergwerke, in denen Steinsalz abgebaut wurde, machten das Deutsche Reich zu einem der wichtigsten Salzlieferanten weltweit.

Die Erfindung des Kühlschranks übernahm eine wichtige Aufgabe des Salzes: Lebensmittel konnten nun kühl gelagert werden, sodass die Vorratshaltung nun nicht mehr vom Salz abhängig war und heute vor allem als Gewürz genutzt wird.

Salz ist nicht nur im Bereich der Nahrung wichtig. Vermehrt wurde es als Rohstoff in der chemischen Industrie gebraucht. Beispielsweise wird es bei der Herstellung von Soda, Chlor und Natronlauge verwendet, die wiederum Bestandteile bei der Produktion von Glas, Kunststoff und Aluminium sind. Auch im Bereich von Futtermittel, Leder, im Straßenwinterdienst, in der Medizin und für Wasserenthärtung (u.a. Spülmaschinen) kommt Salz zum Einsatz.

Was ist Salz?

Wenn wir von Salz sprechen, ist meistens Speisesalz gemeint, auch bezeichnet als Kochsalz, Tafelsalz oder Natriumchlorid (NaCl). In einem Gramm Speisesalz stecken etwa 0,4g Natrium und 0,6g Chlorid. Sie sind unverzichtbare Mineralstoffe für den Körper. Je nach Salzart kommen in unterschiedlicher Menge noch Salze von Kalzium, Kalium, Magnesium und Mangan vor, der NaCl-Gehalt sollte jedoch laut Codex Alimentarius Standard mindestens 97% betragen.

Kochsalz wird teilweise mit Jod, Fluor und Folsäure angereichert, um einen Mangel in der Bevölkerung vorzubeugen. In Deutschland liegt der Jodgehalt derzeit bei 15-25 Mikrogramm Jod pro Gramm Salz.

In fast allen Lebensmitteln findet sich Salz. Seit Ende 2016 muss der Salzgehalt in der Nährwerttabelle auf verpackten Lebensmitteln aufgeführt werden.

Arten von Salz

Es gibt drei Möglichkeiten in fester Form Salz zu gewinnen. Steinsalz, Siedesalz oder Meersalz sprechen von den verschiedenen Quellen des Salzes.

Koch- bzw. Siedesalz: Bei der Herstellung von Siedesalz oder Salinensalz fließt Wasser durch salzhaltiges Gestein. Das Wasser löst das Salz aus dem Stein. Die Sole wird gereinigt und enthärtet, bevor das Salz durch Verdampfen auskristallisiert wird. Die Salzkristalle sind sehr rein und bestehen fast nur aus Natriumchlorid.

Meersalz: Das Meerwasser wird über Kanäle in große, flache Becken (Salzgärten) geleitet und dort von Sonne und Wind getrocknet. Die Mineralien neben Natriumchlorid bleiben erhalten und prägen den Geschmack des Meersalzes. Hersteller überprüfen die Qualität des Meerwassers, damit das daraus gewonnene Salz nicht belastet ist. Zum Meersalz zählen beispielsweise Fleur de Sel und Rauchsalz.

Steinsalz: Steinsalz wird aus den Tiefen der Erde gewonnen und in Stollen der Salzbergwerke abgebaut. Etwa 70% der weltweiten Salzproduktion ist Steinsalz. Australian Murray River Salz, Himalaya Salz und Alpensalz sind Sorten, die zum Steinsalz gehören.

Die Auswahl und ebenso die Preisspanne bei Salzsorten sind groß. Der Preis liegt von unter 40 Cent bis über 100 Euro je Kilogramm. In Herkunft, Schüttdichte, Kristallgröße und Farbe unterscheiden sie sich.

Wofür braucht der Körper Salz und wie wirkt es?

Für den Körper ist eine Mindestmenge an Salz unverzichtbar, denn es ist an der Regulierung des Wasserhaushaltes beteiligt. Was sich in einem Satz zusammenfassen lässt, verbirgt ein komplexes System. Alle Aufgaben des Wassers und damit auch des Blutes, schließt Salz mit ein. Das sind beispielsweise der Transport von Nährstoffen und von Sauerstoff im Körper. Es ist Teil der Erhaltung der Körpertemperatur und des Säuren-Basen-Haushalts. Ebenso die Weiterleitung von Reizen von Muskel- und Nervenzellen funktioniert nicht ohne Salz. Das Natrium, als Teil von Kochsalz, ist ein wichtiger Mineralstoff beim Knochenbau. Chlorid ist Bestandteil der Magensäure und damit wichtig für die Verdauung.

Zudem ist Salz ein Appetitanreger. Ein bestimmtes Mischungsverhältnis von Kohlenhydraten, Fett und Salz wird auch als „Fressformel“ bezeichnet, weil es dazu führt, dass das Sättigungsgefühl nicht eintritt und wir nicht mehr aufhören zu essen. Damit einhergehend beeinflusst Salz das Belohnungszentrum im Gehirn.

Wie Salz ein Lebensmittel beeinflusst

In Lebensmitteln erfüllt Salz mehrere Funktionen. Zunächst denken wir an den Geschmack, denn Essen mit zu viel oder zu wenig Salz registrieren wir sofort. Salzig ist eine der direkten Geschmackswahrnehmungen auf der Zunge. Daher kennen wir Salz vor allem als Gewürz.

Der Lebensmittelverband weist darauf hin, dass durch Salz die „Wahrnehmung von Fülle und Dicke“ auf der Zunge und ebenso die „Wahrnehmung von Süße“ gesteigert wird. Vermindert wird dagegen der „metallische oder beißende Geschmack“.

Salz beeinflusst darüber hinaus durch seine wasserbindende Eigenschaft die Konsistenz in Lebensmitteln.

Die konservierende Eigenschaft von Salz zeigt sich beispielsweise bei Sauerkraut, Fleisch oder Fisch. Lebensmittel sind dadurch länger haltbar und schützen vor mikrobiellem Verderb.

Käse kann ohne Salz nicht reifen. Jede Käsesorte hat ihren optimalen Salzgehalt für die spezifische Mikroflora. Es hemmt die unerwünschten und fördert die wichtigen Mikroorganismen. Bei Wurst ist die Schnittfestigkeit vom Salzgehalt abhängig und bei Brot gibt das Salz eine lockere Teigkonsistenz.

Tagesbedarf und Zufuhr von Salz

Bedarf: Mindestens 2-3g Salz braucht der Körper pro Tag. Je nach Jahreszeit und nach körperlicher Aktivität – sei es Sport oder schwere Arbeit – ist der Bedarf an Salz unterschiedlich hoch. Bei winterlichen Temperaturen und wenig Bewegung reichen 4g, bei hohen Temperaturen und körperlicher Anstrengung benötigt der Körper bis 8g Salz.

Zufuhrempfehlung: Insgesamt wird maximal 6g Salz pro Tag als Richtwert von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angegeben. Das entspricht etwa einem Teelöffel Salz. Die Weltgesundheitsorganisation spricht sich sogar für eine Höchstmenge an 5g Salz pro Tag aus. Diese Zahlen gelten für Erwachsene. Kinder sollten entsprechend ihrem niedrigeren Körpergewicht und Energiebedarf weniger Salz aufnehmen. Die Empfehlung für Kinder von 1-3 Jahren sind 2g Salz pro Tag, im Alter von 4-6 Jahren sind es 3g und von 7-10 Jahren 5g.

Tatsächliche Zufuhr: Aufgenommen wird deutlich mehr Salz als empfohlen. Im Durchschnitt liegt die Aufnahme von Speisesalz bei Frauen zwischen 18 bis 79 Jahren bei 8,4 g pro Tag, bei Männern 10g pro Tag. Laut „Studie zur Gesundheit in Deutschland“ überschritten 70% der Frauen und knapp 80% der Männer die empfohlene Höchstmenge von 6g Speisesalz pro Tag. Bei 15% der Frauen und 23% der Männer lag die täglich aufgenommene Salzmenge bei 15g. Eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung nimmt also mehr Salz auf, als empfohlen wird.

Wie viel Salz steckt in welchen Lebensmitteln?

Die hohe Salz-Aufnahme liegt nicht daran, dass beim Kochen zuhause zu viel gesalzen wird. Der Großteil wird über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen (75-90%). Professor Dr. med. Joachim Hoyer, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e. V. und Leiter der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie an der Medizinischen Fakultät der Philipps-Universität in Marburg führt aus: „Ein hoher Salzkonsum entsteht häufig gar nicht durch das eigene Nachsalzen, sondern durch den hohen Salzgehalt prozessierter Nahrung. Denn viele Produkte, die wir tagtäglich bedenkenlos essen, haben einen hohen Salzanteil. Das gilt nicht nur für die sogenannten ‚üblichen Verdächtigen‘, wie Fertigpizza oder Tütensuppe. Auch Brot, Käse und Wurst sind sehr salzhaltig. Die wenigsten wissen jedoch, dass auch Schokolade viel Salz enthalten kann." Auch im außer Haus Verzehr, also in Kantinen, Restaurants oder Schnellimbiss enthalten die Gerichte häufig viel Salz.

Die Tabelle zeigt den Salzgehalt ausgewählter Lebensmittel aus dem Bereich Brot, Fleisch, Käse und Snacks auf.

Bei einem Marktcheck vor einigen Jahren fokussierte die Verbraucherzentrale den Salzgehalt in Brot und stellte fest, dass im Durchschnitt Brot 1,3-1,4g Salz je 100g enthält. Wird am Tag drei bis vier Scheiben Brot gegessen, sind das etwa 1,8-2,4g Salz und damit 30-40% der empfohlenen Höchstmenge. Dabei ist noch nicht der Salzgehalt vom Belag berücksichtigt. „Nur neun Brote (3 %) hatten einen relativ niedrigen Salzgehalt, so dass mit der üblichen Brotmenge ein Viertel oder weniger der maximal empfohlenen Salzmenge pro Tag geliefert wird“, heißt es im Marktcheck.

Zu viel Salz ist tödlich – akut und dauerhaft

Zu viel Salz ist lebensgefährlich. Ein vierjähriges Mädchen starb 2004, weil die Stiefmutter sie gezwungen hatte, einen versalzenen Schoko-Pudding aufzuessen. Versehentlich hatte das Mädchen Salz statt Zucker genommen. Etwa 30g Salz aß sie mit dem Pudding und reagierte mit Bauchkrämpfen und Durchfall. Im Krankenhaus fiel sie ins Koma und verstarb an den Folgen der hohen Natrium-Aufnahme.

„Wenn Kinder zu viel Salz zu sich nehmen, können Blutungen im Kopf und Schwellungen im Gehirn auftreten“, warnt Dr. Sascha Meyer, leitender Oberarzt im Uniklinikum des Saarlandes. „Schon 0,5 bis 1 Gramm Kochsalz pro Kilogramm Körpergewicht sind lebensgefährlich.“ Das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene. Bei Kleinkindern ist das etwa ein Teelöffel Salz, bei Erwachsenen ca. 14 Teelöffel. Freiwillig würde das keiner essen, ein Erbrechen würde die Aufnahme vorzeitig beenden. Kritisch kann es jedoch werden, wenn ein sehr durstiger Mensch aus Verzweiflung Meerwasser trinkt.

Der Körper reguliert normalerweise sehr genau die Menge an Salz. Bei einer zu hohen Aufnahme scheidet der Körper das Natrium über Wasser aus. Ist aber nicht genügend Wasser getrunken worden, greift der Körper auf das Wasser in den Körperzellen zurück. Das Ungleichgewicht führt im schlimmsten Fall zu Atem- oder Herzstillstand.

Bemerke man bei seinem Kind Symptome einer Salzvergiftung wie Erbrechen oder Herzrasen, rät Dr. Meyer dazu, sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen oder den Notarzt zu rufen. „Auf keinen Fall sollten Eltern versuchen, dem Kind große Mengen Leitungswasser einzuflößen. Man weiß gar nicht, wie viel Salz das Kind zu sich genommen hat. Deswegen sollte man lieber sofort in die Klinik fahren, wo dann langsam, aber kontinuierlich Wasser gegeben wird“, so der Mediziner.

Aber nicht nur akut ist eine große Salzmenge gefährlich, auch eine dauerhaft hohe Speisesalzzufuhr ist gesundheitlich sehr bedenklich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt: „Wenn zu viel Speisesalz verzehrt wird, geht dies mit einer Erhöhung des Blutdrucks einher – das Risiko an Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken steigt. Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Krankheiten.“ Bluthochdruck ist genauer gesagt assoziiert mit Atherosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt, periphere Durchblutungsstörungen, Herz- und Niereninsuffizienz. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören mit 40% zu den häufigsten Todesursachen.

In Deutschland gibt es ca. 20 Millionen Erwachsene, die von Bluthochdruck betroffen sind. Etwa die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer haben gute Blutwerte, was im Umkehrschluss bedeutet, dass bei allen anderen suboptimale bzw. erhöhte Blutwerte vorliegen. Besonders hoch ist der Anteil der an Hypertonie-Erkrankten in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen. Bei ihnen liegt der Anteil bei fast 75%. Leider sind auch bei den Jugendlichen erhöhte Blutdruckwerte keine Seltenheit. Bei den 14- bis 17-Jährigen lagen bei der Hälfte der Jungen und etwas mehr als einem Viertel der Mädchen erhöhte Werte vor.

Die Fachgesellschaften sprechen sich daher dringend dafür aus, Initiativen zur Reduktion von Speisesalzzufuhr in verarbeiteten Lebensmitteln zu ergreifen und durchzusetzen.

Strategien zur Salz-Reduktion

Im Dezember 2018 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) „die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“ beschlossen. Durch weniger Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten soll eine gesundheitsförderliche Ernährung für alle Menschen unterstützt werden. Neben der Stärkung von Ernährungskompetenz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern, ist die Nährwertoptimierung von Fertigprodukten im Fokus. Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt die Grundsatzvereinbarung vom BMEL und der Wirtschaft: „Die teilnehmenden Wirtschaftsverbände haben sich dazu verpflichtet, einen Beitrag zur Senkung der Energiezufuhr und Verbesserung der Nährstoffversorgung der Bevölkerung zu leisten. Zu diesem Zweck sollen Zucker-, Fett- und Salzgehalte von Produkten reduziert und/oder Packungsgrößen verkleinert werden.“ Bis Ende 2025 sollen unter anderem mindestens 20% Zucker in Frühstückscerealien für Kinder gesenkt werden und jeweils 15% in gesüßten Milchprodukten für Kinder und in Erfrischungsgetränken.

Zur Reduktion von Salz bestehen folgende Zielvereinbarungen, die das BMEL auf ihrer Website aufführen:

  • Vereinbarung mit dem Bäckerhandwerk zur Reduktion von Salzspitzen im Brot und zur Verbreitung von Informationsmaterialien und Lehrinhalten zur Reduzierung von Salz im Rahmen von Schulungen in den Betrieben sowie Seminaren in den Akademien des Bäckerhandwerks
  • Selbstverpflichtung zur Reduktion von Salz in Tiefkühl-Pizzen auf einen durchschnittlichen Gehalt von 1,25g/100g.

Bevor die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie Ende 2018 begann, hatte Deutschland schon bei der „EU Framework for National Salt Initiatives“ 2008 mitgemacht. Die Zielvorgabe der Salzreduktion lag je nach Ausgangslage bei mindestens 16% in zwölf Produktgruppen und sollte innerhalb vier Jahre erfolgen. Das Ziel wurde nicht erreicht.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte 2014 einen „Europäische Aktionsplan Nahrung und Ernährung“ vorgelegt, in dem empfohlen wird die Salzzufuhr in der Bevölkerung bis 2025 um 30% zu reduzieren. Auch dazu hat sich Deutschland freiwillig verpflichtet.

Schmeckt es denn noch, wenn weniger Salz benutzt wird?

Generell hat Geschmack etwas mit Gewohnheit zu tun. Wenn die Umstellung sofort geschehen würde, würde der Verbraucher das merken und möglicherweise ein anderes Produkt ausprobieren, was dem bekannten Geschmack entspräche. Daher soll der Salzgehalt schrittweise reduziert werden, sodass sich die Geschmacksrezeptoren an die Veränderung gewöhnen.

Brot und Tiefkühlpizza liegen im Fokus der Reduktionsstrategie, da hier eine Senkung relativ leicht umsetzbar ist. Bei einer Studie veränderte eine um über 50% verringerte Salzmenge in Broten den Konsum nicht. Die Menschen kauften dadurch nicht andere salzreichere Brotsorten oder belegten das Brot nicht mit salzhaltigen Belägen. Nach einem Monat war der Salzkonsum um 25% geringer.

Wie schaffe ich es, weniger Salz aufzunehmen?

Während die Politik und Wirtschaft ihrer Verantwortung nachkommen sollte und muss, kann jeder einzelne auf den eigenen Salzkonsum achten.

Ein großer Faktor für hohe Salzaufnahme liegt in verarbeiteten Lebensmitteln. „Wenn man also weniger Salz aufnehmen möchte, sollten mehr selbst zubereitete Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen“, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. „Beim Würzen mehr Geschmack durch Gewürze und Kräuter gewinnen und beim Salzen weniger nehmen.“ Hier empfiehlt sich ebenfalls eine allmähliche Reduzierung, um die Geschmacksknospen daran zu gewöhnen.

Wenn Salz nicht gleichmäßig in einem Gericht verteilt ist und dazu das Salz eine gröbere Körnung hat, schmeckt das Essen salziger. Das bedeutet für die Praxis im Alltag, beim Kochen sparsam zu salzen und lieber später nachzusalzen.

Eine weitere Hilfe, um einen Blick auf den eigenen Salzkonsum zu haben, ist die Nährwerttabelle, in der der Salzgehalt aufgeführt werden muss. Richtwerte für einen geringen, mittleren und hohen Salzgehalt lassen sich einteilen in:

  • Wenig: bis 0,3g Salz pro 100g Lebensmittel
  • Mittel: 0,3 bis 1,5g Kochsalz
  • Hoch: mehr als 1,5g Kochsalz

Auch der Nutri-Score ist eine gute Möglichkeit, ein ernährungsphysiologisch günstiges Produkt zu erkennen. Er berechnet sich aus verschiedenen potenziell bedenklichen Nährstoffen, zu denen auch Salz zählt, und günstigen Inhaltsstoffe. Daraus leitet sich ein Gesamtbewertung ab, die in den fünf Buchstaben A bis E angegeben wird. Ein Produkt mit einem A ist dabei die bessere Wahl als ein Lebensmittel mit einem C.

Nicht zu viel und nicht zu wenig Salz

Vollständig auf Salz verzichten ist keine gute Idee, denn es ist lebensnotwendig für den Körper. Nicht ohne Grund nehmen unsere Geschmacksknospen das Salz wahr und melden (am besten noch beim Abschmecken vor dem Servieren), dass es fade schmeckt. Anders als früher ist Salz aber kein Luxusprodukt mehr, dass sparsam genutzt wurde, weil es teuer war. Die Aufnahme von Salz liegt deutlich höher als die Empfehlungen, was vor allem an verarbeiteten Produkten liegt. Die bisherigen politischen Maßnahmen zur Reduzierung von Salz in Lebensmitteln haben nicht viel verändert. So liegt der größte Einfluss, um Bluthochdruck durch hohen Salzkonsum vorzubeugen, bei jedem selbst – zum Schutz der Gesundheit.

Die Schildbürger diskutieren übrigens nach der abgebrochenen Salzkrauternte weiter über den Salzacker und dachten, „das Feld wäre vielleicht nicht recht gebaut, zu viel oder zu wenig gedüngt gewesen, wollten es ein ander Mal besser machen und ihre Observationes darüber sammeln und aufzeichnen.“ An den falschen Stellen zu diskutieren ändert das Ergebnis nicht.

 

 

 

 

 Quellen

www.projekt-gutenberg.org/simrock/schildbg/schild14.html
www.projekt-gutenberg.org/simrock/schildbg/schild16.html
www.weltderwunder.de/artikel/selig-sind-die-dummen-gab-es-die-schildbuerger-wirklich
www.planet-wissen.de/gesellschaft/lebensmittel/salz/index.html
www.antike-tischkultur.de/salz.html
www.erih.de/wie-alles-begann/geschichte-ausgewaehlter-industriezweige/salz
www.worldsoffood.de/gesundes-und-bio/item/1563-welche-salz-sorten-gibt-es.html
www.test.de/Speisesalz-Das-Maerchen-vom-Wundersalz-4612853-4612866/
www.salz-kontor.de/salz-herstellung.php
www.salz-kontor.de/steinsalz.php
www.salz-kontor.de/meersalz.php
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/fragen-und-antworten-zu-salz-11384
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Zu-viel-Salz-im-Koerper-Was-sind-die-Folgen,salz386.html
Leonie Knorpp, Anja Kroke. Salzreduktion als bevölkerungsbezogene Präventionsmaßnahme Teil 1 – Handlungsbedarf in Deutschland. Ernährungs Umschau 57 (2010) S. 294–300
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/salzquellen-hier-versteckt-sich-das-meiste-salz-11381
www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/migration_files/media221175A.pdf
www.ernaehrungs-umschau.de/news/10-03-2010-die-weisse-gefahr-salz-in-lebensmitteln-kennzeichnen/
www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/eltern-duerfen-kindern-nicht-zu-viel-salz-geben/
www.salz-kontor.de/wie-viel-salz-ist-toedlich.php
www.abendblatt.de/vermischtes/article107017608/Tod-nach-Schoko-Pudding.html
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 117 | Heft 26 | 26. Juni 2020 „Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig“
www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/salz/
www.bzfe.de/lebensmittel/einkauf-und-kennzeichnung/die-nationale-reduktions-und-innovationsstrategie-der-bundesregierung/
www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Themen/Reformulierung/Reformulierung-Thema-Salz.pdf
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/salzgehalt-bewerten-11832
www.vks-kalisalz.de/uploads/tx_powermail/files/Gewinnung-verwertung.pdf
www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/salz-im-haushalt-11382