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Wasser ist nicht gleich Wasser

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Wenn man sich in ein Hörsaal mit Oecotrophologie-Studierende setzt, fällt vor allem eines auf: Eine unzählige Vielfalt an Wasserflaschen auf den Tischen! Jede unterscheidet sich von der nächsten: Form, Größe, Marke, mit oder ohne Kohlensäure, mineralstoffarm oder -reich, Plastik oder Glas – oder doch Leitungswasser in einer wiederbefüllbaren Flasche.

Nicht nur Oecotrophologie-Studierende trinken viel Wasser. Etwa 150 Liter Mineralwasser kauft durchschnittlich jede/r Deutsche im Jahr. In den siebziger Jahren waren es zehnmal so wenig. Es gibt über fünfhundert Mineral- und 34 Heilwasserquellen in Deutschland.

Die Vielfalt an Flaschen mit doch nur einem Inhalt: Wasser. Oder? Ist es wirklich der gleiche Inhalt nur von unterschiedlichen Herstellern abgefüllt oder gibt es tatsächlich Unterschiede? Gibt es mehrere Wasserarten? Ist Wasser in Bio-Qualität sinnvoll oder nur ein Marketing-Gag? Schmeckt jedes Wasser gleich? Warum gibt es ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf Wasserflaschen? Und was spricht für Mineralwasser im Vergleich zu Leitungswasser?

Wasser ist lebensnotwendig

Wir sind es gewöhnt, dass wir schnellen Zugriff auf Wasser haben, wenn wir es brauchen. Die Wichtigkeit von Wasser nehmen wir vor allem dann wahr, wenn der Durst sich meldet und wir keine Flasche dabeihaben oder wenn wir im Ausland sind, in dem sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist.

Ohne Wasser können wir nicht leben. Im Körper hat es zahlreiche Aufgaben. Viele Stoffwechselreaktionen sind nur durch Wasser möglich. Es ist Transportmittel im Blutkreislauf und Lösungsmittel bei Stoffwechselprodukten. Außerdem ist es notwendig für die Temperaturregulierung, um die Körperkerntemperatur um die 37°C zu halten.

Trinkbares Wasser ist nicht nur Trinkwasser

In Deutschland gibt es seit 1998 eine Trinkwasserverordnung, die „die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch“ regelt. Die grundsätzliche Anforderung dabei lautet „Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.“

Trinkwasser ist also Wasser zum Genuss und zum Gebrauch, unbedenklich für Mensch und Tier trinkbar und wird deswegen streng reglementiert und durch Behörden überwacht.

Chemisch gesehen handelt es sich nicht um reines Wasser im Sinne von H2O. Trinkwasser enthält Mineralstoffe und Salze. Aus gesundheitlicher Sicht ist es aber rein, frei von Schadstoffen und Krankheitserregern. Was verunreinigtes Wasser für Folgen hat, zeigen die Krankheiten in vielen Dritte Welt-Ländern. Dort ist das Wasser belastet mit Bakterien, Parasiten und chemischen Giftstoffen.

Die Verordnung gilt für Leitungswasser, nicht für Mineral- oder Heilwasser. Dafür gibt es separat geregelte Qualitätsansprüche.

Welche Wasser-Arten sind trinkbar?

Trinkbares Wasser sind Leitungswasser, Mineralwasser, Tafelwasser, Quellwasser und Heilwasser. Wie unterscheiden sie sich in Entstehung, Herkunft und Mineralisierung?

Leitungswasser

Wasser, das bei uns aus dem Wasserhahn kommt, wird zu 70% aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Ein deutlich kleinerer Teil wird aus Seen, Talsperren oder Flüssen entnommen oder es ist eine Mischung aus Oberflächen- und Grundwasser. Wasserwerke bereiten das Wasser auf, damit das Wasser unbedenklich trinkbar wird.

Das Umweltbundesamt analysiert regelmäßig die Trinkwasserqualität und hat die sehr gute Qualität des deutschen Leitungswassers bestätigt.

Mineralwasser

Mineralwasser muss als einziges Lebensmittel amtlich anerkannt werden. Was als Mineralwasser verkauft werden darf, regelt die Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV). Voraussetzungen sind, dass es aus einer ursprünglichen reinen Quelle stammen muss und direkt am Herkunftsort in Flaschen abgefüllt wird. Die unterirdische Quelle muss geschützt sein vor Verunreinigungen. Nachbehandlungen vor der Abfüllung sind nur minimal gestattet, wie zum Beispiel das Lösen von Eisen-, Mangan- und Schwefelverbindungen und das Zusetzen von Kohlensäure.

827 Mineralwässer führt das Bundesamt in ihrer Liste amtlich anerkannter natürlicher Mineralwässer auf.

Der Unterschied zwischen Trink- und Mineralwasser liegt im Ursprung der tieferen Erdschicht und in der „Nachbehandlung“: Trinkwasser wird aufbereitet während Mineralwasser nur minimal bearbeitet werden darf.

Quellwasser

Quellwasser hat „ebenfalls seinen Ursprung in unterirdischen Wasservorkommen“ und wird „aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen“. Quellwasser darf nur in dem geringen Maß bearbeitet werden wie Mineralwasser auch. Der Unterschied zu Mineralwasser ist, dass es keine amtliche Anerkennung benötigt.

Tafelwasser

Anders als Mineralwasser, das aus einer Quelle gewonnen und abgefüllt wird, kann Tafelwasser eine Zusammensetzung verschiedener Wässer sein. Neben mehreren Ursprungsorten der Wässer können weitere Zutaten zugemischt werden wie natürliches, salzreiches Wasser (Natursole), Meerwasser, Mineralwasser, Natriumchlorid und Magnesiumchlorid. Es ist keine amtliche Anerkennung notwendig. Wird es verkauft, darf es keinen Hinweis auf eine bestimmte geographische Herkunft geben, ebenfalls die Bezeichnung „Quelle, Bronn oder Brunnen“ ist untersagt.

Enthält das Tafelwasser mindestens 570mg Natriumhydrogencarbonat in einem Liter sowie Kohlendioxid, wird es als Sodawasser bezeichnet.

Heilwasser

Heilwasser fällt nicht unter die Trinkwasser- noch unter die Mineral- und Tafelwasserverordnung, denn es ist ein Arzneimittel und muss daher durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden. Wie ein Arzneimittel bewirkt das Wasser Vorbeugung, Heilung oder Linderung bei Beschwerden. Die Wirkung wird wissenschaftlich geprüft, nachgewiesen und amtlich bestätigt. Meistens liegt die Besonderheit in einem hohen Mineralstoffgehalt. Heilwasser kann bei Magen-Darm-Erkrankungen, chronische Nieren- und Harnwegsentzündungen, Mineralstoffmangel und Stoffwechselerkrankungen helfen. Verschreibungspflichtig ist es nicht.

Woher kommt die Kohlensäure?

Kohlensäure kann dem Mineralwasser zugeführt oder entzogen werden. Schon in unterirdischen Wasservorkommen kommt Kohlensäure vor, insbesondere in ehemaligen Vulkangebieten. Das Abkühlen und Erstarren von Magma in den tiefen Erdschichten lässt Kohlenstoffdioxid entstehen. Trifft das aufsteigende Gas auf Wasserschichten, wird es gebunden zu Kohlensäure. Kohlensäurehaltiges Wasser löst Mineralstoffe aus den Gesteinen besser, weswegen Mineralwasser aus Vulkangebieten oft mineralstoffreicher ist.

Meistens wird die natürlich enthaltene Kohlensäure zuerst entfernt, weil es bei anderen Verfahren wie die Enteisenung (das Abtrennen von Eisen aus Mineralwasser) hinderlich ist. Danach wird es wieder in den verschiedenen Stufen (still, medium, classic) zugeführt.

Kohlensäure kann das Wachstum von Keimen hemmen und gibt dem Wasser einen spritzig säuerlichen Geschmack. Letzteres liegt an dem etwas niedrigeren pH-Wert. Bei Classic-Wasser liegt der durchschnittliche pH-Wert bei 5,3 im leicht sauren Bereich.

„Kohlensäure hat keine schädigende oder übersäuernde Wirkung auf den Körper. Dazu ist die Verbindung gar nicht stark genug. Sie zerfällt relativ schnell – spätestens im Magen. […] Im Magen kann die Kohlensäure noch einen sanften Dehnungsreiz ausüben und die Durchblutung der Magenschleimhäute verbessern. Anschließend wird sie durch Aufstoßen über den Mund wieder aus dem Körper geleitet.“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ulrike Eigner. Neben dem Aufstoßen, gelangt die Kohlensäure auch über das Blut und die Lungen aus dem Körper.

Wieviel Kohlensäure bei „medium“ oder „classic“ enthalten ist, kann unterschiedlich sein. Es gibt keinen vorgeschriebenen Kohlensäuregehalt.

Ist der Mineralstoffgehalt in Mineralwasser höher als in Leitungswasser?

Jedes Wasser enthält Mineralstoffe. Das eine mehr, das andere weniger. In Wasser kommt vor allem Calcium vor, was wichtig ist für Knochen und Zähne, und Magnesium, das der Körper für den Energiestoffwechsel und die Muskel- und Nervenfunktion braucht. Natrium, Kalium und Sulfat sind ebenfalls nützliche im Wasser vorkommende Mineralstoffe.

Seit der EU-Reform 1980 sind keine Mindest­mineral­stoff­gehalte mehr vorgegeben. Vorher waren es mindestens 1000 mg gelöste Mineralstoffe pro Liter. Heute gibt die Min/TafelWV vor, wie hoch der Gehalt an bestimmten Mineralstoffen sein muss, damit er als hoch oder niedrig beworben werden darf. Ein sehr geringer Gehalt an Mineralien liegt vor, wenn der Mineralstoffgehalt nicht mehr als 50 mg/l beträgt, ein geringer Gehalt bei nicht mehr als 500 mg/l und ein hoher Gehalt bei mehr als 1.500 mg/l.

Werden einzelne Mineralien beworben, gibt es auch dafür Mindestmengen-Vorgaben. Beispielsweise liegt sie bei Calcium bei mindestens 150mg/l und bei Magnesium bei 50mg/l.

Mineralwasser lassen sich unterteilen in Chlorid-, Sulfat- und Hydrogencarbonat-Wasser. Das Bundeszentrum für Ernährung erläutert:

  • Chlorid-Wasser stammt aus Quellen, die durch unterirdische Salzvorkommen geflossen sind. Enthält es gleichzeitig viel Natrium, schmeckt es leicht salzig.
  • Sulfat-Wasser entsteht in besonders gipshaltigen Böden. Je nach Sulfatkonzentration schmeckt es süßlich bis leicht bitter.
  • Hydrogencarbonat-Wasser wird aus kalkhaltigen Gesteinsschichten gewonnen. Diese Wässer schmecken eher neutral.

Leitungswasser ist ebenfalls mineralstoffhaltig. Je nach Region ist der Gehalt sehr verschieden. Das hängt von der Fließgeschwindigkeit durch die Erdschichten ab und von der Umgebungstemperatur. Bei höheren Temperaturen lösen sich die Stoffe leichter. Ein Mineralwasser ist nicht unbedingt mineralstoffreicher als Leitungswasser. Analysen zeigten, dass nicht einmal ein Drittel der Mineralwässer höhere Mineralgehalte hatte als das mineralstoffreichste Leitungswasser.

Die Natur prägt den individuellen Geschmack von Wasser

So unterschiedlich der Mineralstoffgehalt in Wasser ist, so individuell ist der Geschmack. Er wird geprägt von verschiedenen Bodenschichten. Wenn ein Regentropfen auf den Boden fällt, durchläuft er sozusagen ein natürliches Filtersystem bis ins Grundwasser und tiefer. Dieser Prozess kann Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern.

Sebastian Rau, Geologe und Experte für Qualitätssicherung beim SGS Institut Fresenius, fasst dieses natürliche Aufbereitungsverfahren zusammen: „Größere Bestandteile, die das Wasser zunächst mit sich führt, werden durch winzige Gesteinsporen und Kanäle im Erdinneren mechanisch abfiltriert wie bei einem Kaffeefilter. Kleinere Stoffe bleiben im Gestein hängen, verteilen sich oder lagern sich zum Beispiel aufgrund elektrischer Kräfte an den Gesteinen an.“ Je nach Bodenschichtbeschaffenheit werden im Wasser mehr oder weniger Mineralstoffe aufgenommen, was den Geschmack beeinflusst.

Je nach Region kann es „mineralisch, sauer, salzig oder bitter schmecken und sogar ein austrocknendes Mundgefühl hinterlassen“ beschreibt Stiftung Warentest den Wassergeschmack im Mineralwasser-Test. Für die leicht bittere Note ist beispielsweise Calcium verantwortlich und für den salzigen Geschmack Natrium. „Wenn ein Wasser von den Mineralstoffen her dem Speichel ähnelt, erkennt der Mensch keine Reizänderung“, erläutert der Lebensmittelchemiker Peter Schropp. Mineralwasser mit 600 bis 700mg Mineralstoffe pro Liter werden daher als mild beschrieben.

Das Etikett

Wie bei (fast) allen Lebensmitteln gibt es auch für Wasserflaschen bestimmte Pflichtangaben, die mit freiwilligen Angaben ergänzt werden können.

Eindeutig muss sein, um welche Wasserart es sich handelt: Mineralwasser, Quell- oder Tafelwasser. Ebenso muss der Ort und der Name der Quelle aufgeführt werden. Wie die Nährwerte bei Lebensmitteln in der Nährwerttabelle, tauchen bei Wasserflaschen auf dem Etikett ein Analysenauszug mit charakteristischen Mineralstoffen auf. Ebenso abgedruckt werden müssen das Mindesthaltbarkeitsdatum, eventuelle vorgenommene Behandlungsverfahren, der Name des Brunnenbetriebes beziehungsweise des Vertreibers und die Füllmenge.

Ein wichtiger Pflichthinweis im Hinblick auf Säuglinge und Kinder muss bei fluoridhaltigem Mineralwasser aufgedruckt werden: „Enthält mehr als 1,5 Milligramm pro Liter Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter 7 Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet“.

Die Bezeichnung von Quell- und Tafelwasser darf nicht zur Verwechslung mit natürlichem Mineralwasser führen. Bei Tafelwasser sind Hinweise auf eine geografische Herkunft verboten.

Bei Heilwasser richten sich die Angaben nach dem Arzneimittelgesetz. Wie bei Medikamenten müssen bestimmte Hinweise auf das Etikett gedruckt werden, unter anderem Name des Heilwassers, Anschrift des Heilbrunnenbetriebs, Analyseauszug mit wirksamen Bestandteilen, Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen (falls vorhanden) und Trinkmengenempfehlung.

Mineralwasser richtig lagern – oder warum gibt es ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Theoretisch ist das Naturprodukt in einer original verschlossenen Glasflasche unbegrenzt haltbar. Dennoch ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum Pflicht. Die Qualität des Wassers kann sich über längere Zeit verändern. Der beste Lagerort für Wasser ist dunkel, kühl und trocken.

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis zu welchem Datum ein Lebensmittel bei richtiger Aufbewahrung seine wesentlichen Geschmacks- und Qualitätseigenschaften behält. Das heißt, in der Regel kann Mineralwasser auch nach Ablauf des MHD noch gefahrenlos getrunken werden, es kann aber zu geschmacklichen Veränderungen kommen.“, heißt es bei dem Informationsportal Lebensmittelklarheit von der Verbraucherzentrale.

Einen Unterschied macht es, ob die Flaschen aus Glas oder aus Plastik (PET) bestehen. Für Wasser in PET-Flaschen geben Hersteller ein kürzeres Mindesthaltbarkeitsdatum – ungefähr 9 bis 12 Monate – an, als für Wasser in Glasflaschen. Hier wird meistens ein Mindesthaltbarkeitsdatum von zwei Jahren angegeben, auch wenn damit zu rechnen ist, dass das Wasser über mehrere Jahre unverändert bleibt.

PET-Flaschen sind nicht so dicht, sodass über längere Zeit Kohlensäure entweichen kann. Wird Wasser in Plastik-Flaschen in einer suboptimalen Umgebung gelagert, wie zum Beispiel bei heißem Wetter in einem Auto, können Verbindungen von der Flasche ins Wasser übergehen. Acetaldehyd ist für die Gesundheit unbedenklich, wirkt sich aber ab einer gewissen Menge auf Geschmack und Geruch aus.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Mineralwasser zwar keine Krankheitserreger enthält, aber nicht keimfrei ist. Mikroorganismen können sich vermehren, insbesondere wenn es warm gelagert wird.

Wasser in Bio-Qualität

Wasser ist ein Naturprodukt und insbesondere natürliches Mineralwasser wird quasi direkt aus der Quelle – mit nur sehr wenigen Bearbeitungsschritten – in Flaschen abgefüllt. (Eine ähnliche Situation liegt übrigens auch bei Salz vor: ebenfalls ein Naturprodukt, das abgebaut und verpackt wird.) Was sagt dann ein Bio-Siegel über ein Mineralwasser aus? Sind nicht alle Wasser Bio-Wasser?

Mineralwasser ist kein klassisches Bio-Lebensmittel und fällt nicht unter die EU-Öko-Verordnung, weil es kein landwirtschaftlich erzeugtes Produkt ist. Weder das europäische noch das deutsche staatliche Bio-Siegel taucht auf einer Wasserflasche auf. Der Begriff „Bio“ hingegen schon.

In Bezug auf Mineralwasser ist der Bio-Begriff nicht gesetzlich geregelt und geschützt. Die Kriterien für ein Bio-Mineralwasser können Zertifizierungsstellen selbst festlegen. Zurzeit gibt es zwei privatrechtliche Siegel für Bio-Mineralwasser.

Die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. listen ihre Kriterien in sechs Bereichen auf: Nachhaltigkeit, Naturbelassenheit, Mikrobiologische Reinheit, Chemische Reinheit, gutes Lebensmittel/Nutzwert und transparente Deklaration. Diese sind noch mal unterteilt in 48 Kriterien-Punkte, die ein Mineralwasser für ein Siegel erfüllen muss. Beispielsweise ist die Nitratgrenze strenger geregelt, für Pestizide und Medikamentenrückstände gibt es Höchstmengen und zudem Vorgaben für die Verpackung.

Die zweite Zertifizierungsstelle SGS Institut Fresenius hat ebenfalls einen Anforderungskatalog an Bio-Qualität für Wasser erstellt. Die konkreten Kriterien sind teils anders als bei Biomineralwasser e.V., gemeinsam ist aber die strengere Regelung von Produktqualität und die Anforderungen an soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Auf der Website heißt es „SGS INSTITUT FRESENIUS definiert „Bio-Qualität“ als ganzheitlichen Anspruch des Herstellers. Parameter wie Produktqualität, Produktsicherheit, Produktherkunft sowie ökologische und soziale Nachhaltigkeit werden in einem System vereint und dem Verbraucher nachvollziehbar vermittelt.“

Gerichtlich bestätigt ist, dass es Bio-Mineralwasser geben darf, „sofern sich das Mineralwasser in puncto Schadstofffreiheit und umweltfreundlicher Herstellung von konventionellen Produkten deutlich abhebt.“

Die Verbraucherzentrale fordert ein einheitliches Bio-Siegel für Mineralwasser, damit „Bio“ ein staatlich geschützter und kontrollierter Begriff mit einheitlichen Kriterien bleibt. Bei Untersuchungen fiel auf, dass ein teures Wasser mit Bio-Siegel und ein Günstigeres ohne Bio-Siegel identisch waren im Hinblick auf Quelle und Mineralstoffanalyse, nur im Preis unterschieden sie sich.

Im April 2021 entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, dass Danone bei der Mineralwassermarke Volvic keine Werbung zur Bio-Qualität machen dürfe, weil der Arsengehalt nach der Mineral- und Tafelwasserverordnung zu hoch sei. Das Wasser müsste nachbehandelt werden, was aber nicht mit dem Bio-Begriff übereinstimmt, bei dem Verbraucher ein unbehandelt reines Wasser erwarten. Eine Revision am Bundesgerichtshof ist zugelassen.

Insgesamt ist der Bio-Bereich bei Mineralwasser klein. Von den insgesamt 827 Mineralwässern sind es lediglich 18 Marken.

Hoher Qualitätsstandard für die Jüngsten

Bei der Milchzubereitung für Säuglinge ist die Wasserqualität wichtig, damit sich Schwermetalle oder Keime nicht auf die Gesundheit des Kindes auswirken. Für Mineralwasser mit der Aufschrift „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ gelten daher strengere Regelungen, die ebenfalls in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgelegt sind. Die Höchstwerte für Natrium, Nitrat, Nitrit, Sulfat, Fluorid, Mangan, Arsen und Uran sind kleiner und dürfen nicht überschritten werden. Die Grenzwerte sind dabei nicht dieselben wie bei Bio-Mineralwasser. Ein Bio-Mineralwasser ist nicht automatisch für Säuglingsnahrung geeignet.

Leitungswasser kann ebenfalls genutzt werden. Wurde der Wasserhahn mehrere Stunden nicht benutzt, können sich im abgestandenen Wasser (Stagnationswasser) Keime und Bakterien vermehrt haben. Daher sollte eine Weile (etwa 30 Sekunden) das Wasser laufen gelassen werden, bis es sich kühler anfühlt. Danach kann es unbedenklich für Säuglinge verwendet werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt nur auf abgepacktes Wasser zurückzugreifen, wenn das Trinkwasser vorübergehend die Grenzwerte überschreitet. Betroffene Haushalte werden umgehend und umfassend vom Gesundheitsamt und dem Wasserversorger informiert.

Zur Frage der Nachhaltigkeit

„Das Wasser auf der Erde befindet sich in einem ständigen Kreislauf aus Niederschlag und Verdunstung. Es ist keine endliche Ressource wie zum Beispiel Erdöl oder Erdgas. Wasser kann nicht „verbraucht" werden. Es wird lediglich genutzt und gelangt danach in den Kreislauf zurück.“, schreibt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Dieser Kreislauf gilt für alle Wasser-Arten, ob Trinkwasser, Mineralwasser oder Heilwasser. In diesem Sinn ist Wasser immer nachhaltig. Auch im Hinblick auf Förderung und Aufbereitung halten sich der Aufwand und die Ökobilanz für die verschiedenen Wasser-Arten die Waage. Wenn weitere Aspekte wie Transport und Verpackung hinzugezogen werden, schneiden sie jedoch unterschiedlich ab. Die Übersicht verdeutlicht die Prozessschritte, die in der CO2-Bilanz bei Mineral- und Leitungswasser eine Rolle spielen.

 

Transport

Die Verbraucherzentrale bemerkt, dass der Mineralwasserkonsum in Deutschland das Klima durchschnittlich 600-mal stärker belaste als das Trinken von Leitungswasser. Nicht nur der innerdeutsche Transport belastet den CO2-Verbrauch, es werden auch Mineralwässer aus dem Ausland importiert. 58 Mineralwässer aus Drittländern wie beispielsweise der Schweiz, Türkei, Neuseeland oder China führt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in der Liste der in der Bundesrepublik Deutschland amtlich anerkannten natürlichen Mineralwässer.

Der CO2-Abdruck von Mineralwasser liegt pro Flasche bei 202,74 g CO2. Hochgerechnet auf den durchschnittlichen Mineralwasserkonsum pro Person pro Jahr könnten in Deutschland drei Millionen Tonnen CO2 gespart werden, wenn stattdessen Leitungswasser getrunken würde.

Aufgrund der Transportkosten ist es sinnvoll regionale Mineralwasser zu wählen. Bio- Mineralwasser ist dabei keine Garantie für Regionalität. Fresenius fordert für sein Siegel „Premiummineralwasser in Bioqualität“, dass möglichst „90 % des Mineralwassers in der 1. Handelsstufe (Großhandel) in der Region verkauft werden“. Im ersten Schritt wird also Wert auf Regionalität gelegt, danach aber kann der Großhändler das Wasser unbegrenzt weitervermarkten –womöglich europaweit. Nachhaltiger wäre es, wenn es nicht nur Vorgaben für die erste Handelsstufe gäbe.

Flaschenmaterial

Beim Material sind verschiedene Faktoren für die Umweltfreundlichkeit entscheidend: Glas oder Kunststoff, verpackt in Kasten oder in Plastikfolie, Einweg oder Mehrweg, Größe, wie oft sie in Umlauf kommen, Recyclingquote und Anteil von Rezyklat.

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg stellte fest: „Die Verpackung [ist] immer Hauptverursacher der Umweltwirkungen. Besonders kleinere Gebinde sorgen für mehr CO2-Äquivalente, weil pro 1000 Litern abgefülltes Wasser mehr Material- und Energieeinsatz notwendig ist.“

Während im Jahr 2002 62% des Mineralwassers in Glasflaschen abgefüllt wurden und nur 20% in Einweg-PET-Flaschen verkauft wurden, hat sich das Verhältnis umgekehrt. Heute sind es 59% in Einweg-PET-Flaschen und nur noch 20% Glasflaschen. Der übrige Teil besteht aus PET-Mehrweg, PETcycle und sonstige.

Grundsätzlich gilt: Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegflaschen. Das Umweltbundesamt erklärt, dass der Energie- und Ressourcenverbrauch für Rücktransport und Reinigung bei Mehrwegflaschen kleiner ist als die Produktion von einer neuen Einwegflasche. „Dies gilt umso mehr, je regionaler der Vertrieb und je höher die Zahl der Wiederbefüllungen sind.“ Laut Untersuchungen sind sogenannte „Pool-Flaschen“ von der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) am ökologisch günstigsten. Die einheitlichen Mehrweg-Flaschen können von verschiedenen Abfüllern genutzt werden, was weite Transportwege reduziert. Das gilt sowohl für PET- als auch für Glasflaschen. Glasflaschen sind zwar im Transport schwerer, sie sind aber bis zu fünfzig Mal wiederbefüllbar. PET-Mehrwegflaschen sind leichter, werden aber nur zwanzig Mal wiederbefüllt.

Einwegflaschen hingegen werden einmal befüllt, nach dem Kauf geleert, mit Pfandrückgabe geschreddert und recycelt. Aus ökologischer Sicht sollte daher Einwegflaschen vermieden werden.

Bei den verschiedenen Mineralwasser-Flaschen ist also die beste Wahl: Mehrwegflaschen aus der Region, egal ob Glas- oder PET-Flaschen.

Vergleicht man allerdings Mineralwasser mit Trinkwasser, ist Leitungswasser die umweltfreundlichere Variante. Es schneidet besser beim Klimaschutz ab, braucht keine Verpackung, hinterlässt keinen Abfall, ist regional und erfordert keinen Transport über viele Kilometer. Nebenbei ist es auch kostengünstiger. Die günstigsten Mineralwässer kosten 0,13€ pro Liter. Leitungswasser ist 33-mal günstiger (ca. 0,004€ pro Liter). Ein Liter des teuersten Bio-Mineralwassers kostet genauso viel wie 223 Liter Leitungswasser.

Der beste Durstlöscher

Fachgesellschaften empfehlen Wasser zu trinken und verweisen dabei auf den gesunden und kalorienfreien Durstlöscher als erste Wahl bei Getränken. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen Trinkwasser aus der Leitung, Mineral-, Quell-, Tafel- oder Heilwasser.

Die Frage, was die beste Wassersorte ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Immer wieder wird unser Leitungswasser hinterfragt, ob es wirklich sicher ist und ob es nicht mit Nitrat, Medikamente und Schwermetalle belastet ist. Der Gedanke, dass Mineralwasser durch den natürlichen Gesteins-Filter die „ursprüngliche Reinheit“ aus der Tiefe beinhaltet, lässt Verbraucher Wasser in Flaschen kaufen. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass Mineralwässer nicht frei von Verunreinigungen sind. „Auch tiefe Mineralbrunnen sind nicht komplett unberührt", verdeutlicht der Umweltanalytiker Professor Christian Zwiener. Die Vorgaben in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, dass das Wasser „vor Verunreinigungen geschützt" und „von ursprünglicher Reinheit" sein soll, ist nicht näher erklärt und definiert.

Das Fazit bei Öko-Test zur Reinheit lautet: „Beide Produkte sind streng kontrolliert und in den allermeisten Fällen sauber. Dass Mineralwasser prinzipiell sauberer ist als Leitungswasser, lässt sich allein deswegen nicht behaupten, weil die Trinkwasserverordnung in Teilen sogar strenger ist als die Mineralwasserverordnung.“

Welches Wasser das Beste ist, entscheidet im Endeffekt die persönliche Geschmacksvorliebe. Bei der Umweltfreundlichkeit ist Leitungswasser die bessere Wahl. Soll es aus Geschmacksgründen aber Mineralwasser sein, kann ein regionales Wasser in Mehrwegflaschen gewählt werden.

 

 

 

 

Quellen
www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/ernaehrungstrends/was-steckt-hinter-bio-mineralwasser-sollte-man-das-kaufen
www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/kann-man-leitungswasser-trinken-34836
forum-trinkwasser.de/beneidenswert-gut-trinkwasser-in-deutschland/
forum-trinkwasser.de/regional/
Rund um das Trinkwasser www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/uba_rund_um_das_trinkwasser_ratgeber_web_0.pdf
www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser
www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/trinkwasser
www.test.de/FAQ-Wasser-ist-Leitungswasser-besser-als-Mineralwasser-4745742-0/
www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-0/
www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/BJNR010360984.html
www.oekotest.de/essen-trinken/Leitungswasser-trinken-Besser-als-Mineralwasser-aus-Flaschen-Das-sind-die-Gruende_11316_1.html
www.heilwasser.com/deutsch/wissenswertes_ueber_heilwasser/zulassung.html
www.mineralwasser.com/mineralwasser/naturprodukt-mineralwasser/kohlensaure-im-unterirdischen-mineralwasservorkommen/
www.mineralwasser.com/mineralwasser/naturprodukt-mineralwasser/so-entsteht-mineralwasser/
www.mineralwasser.com/wp-content/uploads/themendienst-mineralbrunnenland-deutschland-kohlensaeure.pdf
www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-5337023/
www.welt.de/gesundheit/article163714368/Warum-Mineralwaesser-unterschiedlich-schmecken.html
www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/wasser/wasser-einkauf-und-kennzeichnung/
www.lebensmittelklarheit.de/forum/mindesthaltbarkeitsdatum-bei-mineralwasser
www.wasseranalyse-trinkwasseranalyse.de/unsere-wasserqualitaet/mein-leitungswasser/mineralstoffe-im-leitungswasser
atiptap.org/wasserwissen/wasserwissen-faq/gesundheit-faq/
www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/15_Wasser_Mineralwasser/02_Mineralwasser/Mineralwasser_node.html
www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/datenmanagement/mineralwasser_deutsche.pdf
www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/datenmanagement/mineralwasser_drittlaender.pdf
www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/wasser/wasser-zubereitung-und-lagerung/
www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/wasser/wasser-gesund-trinken/
bio-mineralwasser.de/bio-mineralwasser/
www.qualitaetssiegel.net/de/qualitaetssiegel/was_wir_pruefen/premiummineralwasser_mit_bio-qualitaet
atiptap.org/wasserwissen/5-gruende-fuer-leitungswasser/
atiptap.org/studie-vergleicht-co2-fussabdruck-von-flaschen-und-leitungswasser/
de.statista.com/statistik/daten/studie/76917/umfrage/anteile-der-verpackungsarten-bei-mineralwasser/
www.ifeu.de/klimabilanz-von-mineral-und-leitungswasser/
www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/mehrwegflaschen